Italienischer rugby: ein neuer geist unter quesada und lamaro
Italienischer rugby: ein neuer geist unter quesada und lamaro
Die italienische Rugby-Nationalmannschaft erlebt einen Wandel. Nach einem Sieg und zwei knappen Niederlagen in den Six Nations zeigt sich ein verändertes Mindset, das von Kapitän Michele Lamaro deutlich formuliert wurde: „Keine Ausreden mehr und keine ehrenhaften Niederlagen. Wir wollen mehr!“
Ein paradigmenwechsel im italienischen rugby
Unter der Leitung von Nationaltrainer Gonzalo Quesada hat sich die Herangehensweise der Azzurri grundlegend geändert. Früher waren Siege als „Wunder“ und Niederlagen als „ehrenhafte Kämpfe“ dargestellt. Nun betont Quesada, dass Ergebnisse die Folge harter Arbeit und guter Leistungen sind, keine Überraschung. Dieser Wandel ist ein entscheidender Schritt für die Zukunft des italienischen Rugbys.

Die bisherige bilanz im six nations
Im laufenden Six Nations besiegte Italien Schottland, lieferte sich ein knappes Duell mit Irland (mit einem Bonuspunkt) und verlor gegen den Titelverteidiger Frankreich. Während dies in der Vergangenheit als akzeptables Ergebnis gewertet worden wäre, betrachtet man es nun als eine gute, aber nicht ausreichende Leistung. Lamaro betonte: „Wir bedauern die verpassten Chancen und wollen uns nicht mit weniger zufriedengeben.“

Die worte von kapitän lamaro
Michele Lamaro verdeutlichte den neuen Anspruch: „Früher wurde mich immer gefragt, was ich über einen Ausschluss Italiens aus dem Six Nations denke. Die Wahrnehmung zählt, und sie zählt auch für uns. Ich bin jetzt im fünften Jahr Kapitän, aber ich bin nicht mit diesem Vertrauen aufgewachsen, sondern mit der Idee, immer Letzter zu sein. Ich bin stolz darauf zu sehen, wie ein 18-jähriger Spieler heute in die Mannschaft kommt und denkt: ‚Wir spielen in einer Mannschaft, die eines Tages dieses Turnier gewinnen kann.‘“
Quesadas philosophie: leistung als schlüssel zum erfolg
Gonzalo Quesada hat eine klare Philosophie etabliert: „Das Ergebnis hängt von der Leistung ab, denn nur die Leistung ermöglicht es uns, auf diesem Niveau zu konkurrieren, im Finale dicht dran zu sein und die Spiele zu gewinnen.“ Diese Einstellung hat die Mannschaft geprägt und einen neuen Fokus auf die Verbesserung der Leistung gelegt, unabhängig vom Ergebnis.
Keine ausreden mehr
Auch die Frage der Schiedsrichterentscheidungen wird nun anders behandelt. Quesada betont, dass man sich auf die Dinge konzentrieren muss, die man kontrollieren kann. Er lässt seine Mannschaft im Training mit einem Schiedsrichter arbeiten, um sich an jede mögliche Entscheidung zu gewöhnen. Nach einem umstrittenen Spiel gegen Irland sagte er: „Ich möchte nicht über Schiedsrichter sprechen, weil ich sonst die gute Leistung meiner Mannschaft in den Hintergrund drängen würde.“
Herausforderungen und ausblick
Trotz des neuen Geistes ist sich Quesada bewusst, dass noch viel Arbeit vorliegt. Auch Niederlagen werden weiterhin vorkommen. Italien ist jedoch nicht länger die klare Underdog-Mannschaft im Six Nations. Die Azzurri treten nun an, um jedes Spiel zu gewinnen, mit der Demut, die eigene Grenzen zu kennen, aber auch mit dem Selbstvertrauen, sich mit den stärksten Teams messen zu können. Die kommenden Spiele gegen England und Wales werden zeigen, wie weit dieser Wandel bereits fortgeschritten ist.
