Italienische fußball-spitze: malagò und abete liefern sich hitzigen schlagabtausch!
Rom – Die Wahl zum Präsidenten des italienischen Fußballverbands (FIGC) nimmt Fahrt auf. Im Doppelinterview bei „Il Sabato al 90°“ lieferten sich die Kandidaten Giovanni Malagò und Giancarlo Abete einen intensiven Schlagabtausch, der die politische Landschaft des italienischen Fußballs neu ordnen könnte.
De laurentiis' sticheleien und die suche nach einem neuen nationaltrainer
Ein Highlight der Sendung war zweifellos die Äußerung des SSC Neapel-Präsidenten Aurelio De Laurentiis, der Abete als „unpassend“ für das Amt bezeichnete. Ein Satz, der sicherlich nachhallen wird. Malagò betonte, dass der neue Bundestrainer nicht nur ein taktischer Kopf sein müsse, sondern sich „verlieben“ müsse – „getrennt vom Ergebnis, das man erzielt“. Er warnte eindrücklich: „Wenn man das Ergebnis nicht erreicht, muss man zurücktreten.“ Abete sah hingegen in den bereits vorhandenen Trainern das Potenzial für „die richtige Alchemie“, obwohl ihm die geringe Trainingszeit ein Dorn im Auge sei. Guardiola sei zwar eine Option, doch er betonte die Qualität italienischer Trainer, die bereits im Ausland Erfolge gefeiert haben.

Die serie a – reform oder status quo?
Ein weiteres kontrovers diskutiertes Thema war die mögliche Reform der Serie A mit einer Reduzierung auf 18 Teams. Malagò plädierte für diese Lösung, die angeblich auch von den großen Vereinen unterstützt wird. Die Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen, stehen der Sache allerdings skeptisch gegenüber. Er verwies auf die Tatsache, dass in erfolgreichen Fußballnationen wie England und Deutschland häufiger mit mehr Teams gespielt wird. Die Frage ist, ob die italienische Liga den Schritt wagen will.

Jugendförderung – ein wegweiser für die zukunft?
Abete forderte Anreize für den Einsatz junger italienischer Talente, beispielsweise in Form von finanziellen Belohnungen aus den TV-Rechten. Er wies auf die „Zola-Reform“ in der Serie C hin, die ähnliche Mechanismen vorsieht. Die Förderung der Jugend muss endlich Priorität bekommen, sonst verliert Italien den Anschluss an internationale Konkurrenten.

Unsicherheit und politische winkelzüge
Malagò ließ durchblicken, dass er sich über mögliche Überraschungen hinsichtlich der Wahlberechtigung nicht wundern würde. Seine Worte waren diplomatisch gewählt, doch die Botschaft war klar: Im italienischen Fußball ist nichts so, wie es scheint. Er betonte seine langjährige Freundschaft mit Sportminister Abodi und wies auf deren gemeinsame Vergangenheit hin, während er gleichzeitig betonte, dass sich politische Verhältnisse ändern können.
Das Rennen um den FIGC-Präsidenten ist eröffnet, und es verspricht, ein spannendes Kapitel in der Geschichte des italienischen Fußballs zu werden. Die Fans dürfen gespannt sein, wer am Ende das Ruder übernimmt und welche Richtung der italienische Fußball einschlagen wird.
