Italienische fußball-ermittlungen: zeugen befragt, rocchi im fokus

Mailand – Die italienische Staatsanwaltschaft intensiviert ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Fußballskandal. Nach Vernehmungen von Schiedsrichtern und Linienrichtern steht nun auch das Umfeld des designierten Schiedsrichterchefs Gianluca Rocchi vor dem Fragenhagel. Ein Wendepunkt in der Causa, die den italienischen Fußball seit Tagen erschüttert.

Pinzani belastet: regelmäßiger kontakt zu den vereinen

Riccardo Pinzani, bis Juni 2025 für die Beziehungen zwischen dem italienischen Fußballverband (Figc) und den Vereinen zuständig, wurde heute von Staatsanwalt Maurizio Ascione vernommen. Pinzani, der im fraglichen Zeitraum von 2024-25 als Ansprechpartner für Schiedsrichter der Serie A und Serie B fungierte, saß dem Ermittler über drei Stunden zur Rede. Die Aussage könnte entscheidend sein, um den Einfluss von Vereinen auf Schiedsrichterentscheidungen zu beleuchten.

Die Tatsache, dass Pinzani regelmäßig Kontakt zu den Addetti agli Arbitri der Vereine hatte, macht ihn zu einem wichtigen Zeugen in diesem Fall. Seine Aussagen könnten Aufschluss darüber geben, ob und inwieweit es zu unangemessenen Beeinflussungsversuchen kam.

Butti als nächste instanz: die verbindung zu rocchi

Butti als nächste instanz: die verbindung zu rocchi

Bereits am Nachmittag steht Andrea Butti, Verantwortlicher für den Wettbewerbsbereich der Serie A, vor Ascione. Butti wird als sachkundiger Zeuge gelistet. Sein Wissen ist besonders relevant, da er als Brücke zwischen Rocchi und der Liga fungiert. Die logistischen und organisatorischen Absprachen zwischen Butti und Rocchi könnten wichtige Hinweise liefern, um das Ausmaß der Manipulationen zu ermitteln.

Die Ermittlungen konzentrieren sich zunehmend auf Rocchi, der als einer der Hauptbeschuldigten gilt. Die Vernehmung von Butti könnte dazu beitragen, seine Rolle im Skandal zu klären und weitere Beteiligte zu identifizieren.

Schenone im visier: die nennung in der abhöraufnahme

Schenone im visier: die nennung in der abhöraufnahme

In den kommenden Tagen wird erwartet, dass auch Giorgio Schenone, der Schiedrichter-Manager der Inter, befragt wird. Schenone könnte die Person namens „Giorgio“ sein, die in der entscheidenden Abhöraufnahme zwischen Rocchi und dem VAR-Supervisor Gervasoni erwähnt wurde. Diese Aufnahme gilt als einer der wichtigsten Beweismittel im Fall.

Die Staatsanwaltschaft Ascione wird das Amt in Mailand in Kürze verlassen und in Rom zur Europäischen Staatsanwaltschaft wechseln. Die Zeit drängt, um die Ermittlungen zu einem Abschluss zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der italienische Fußball steht vor einer Zerreißprobe, die das Vertrauen der Fans nachhaltig beeinträchtigen könnte.