Italiener erobern die formel 1 – auch ohne ferrari
Ein italienischer Weltmeister in der Formel 1? Das wäre 2026 keine Sensation mehr, sondern fast schon eine logische Konsequenz. Denn während die roten Boliden aus Maranello weiter um Sekundenbruchteile kämpfen, haben Italiener längst die Schlüsselpositionen im gesamten Feld übernommen.
Andrea stella hat mclaren zum feindbild gemacht
Der Mann, der einst die Daten von Fernando Alonso und Lewis Hamilton interpretierte, sitzt heute in Woking am längeren Hebel. Andrea Stella, geboren in Orvieto, hat aus dem einstigen Ferrari-Alptraum einen Papaya-Flügel gebaut. Seit er 2023 die Führung übernahm, gewann McLaren acht Rennen – mehr als in den zehn Jahren zuvor zusammen.
Die Anti-Italien-These ist tot. Sie starb, als Pino Pesce die Aerodynamik revolutionierte, Dario Scarfò die Fahrwerksabstimmung perfektionierte und Jakob Mercanti die Motoren kühl hielt. Ein Dutzend Ingenieure aus Bella Italia stehen in den Boxen, die einst Ron Dennis und Alastair Caldwell regierten.
Leonardo fornaroli ist kein ersatz, er ist eine drohung
Der 21-jährige Piacentino fuhr in den vergangenen zwei Jahren Formel 3 und Formel 2 nieder – jeweils als Champion. McLaren machte ihn nicht zum Reservefahrer aus Nostalgie, sondern aus Kalkül. Denn wer Andrea De Adamich, Bruno Giacomelli und Emanuele Pirro studiert hat, weiß: Italiener brauchen nur eine Chance, um zu gewinnen.
Die Papaya-Truppe ist nur die Spitze. Bei Red Bull entwirft Enrico Balbo die Flügelprofile, die Verstappen auf die Pole schicken. In Hinwil baut Mattia Binotto aus dem Sauber-Chassis einen Audi-Boliden, der 2026 plötzlich mit deutschen Ingenieuren und italienischer Seele antritt. Und in Enstone schmiedet Flavio Briatore mit Mercedes-Motoren die Alpine-Revival-Story.

Ferrari ist nicht mehr die einzige italienische hoffnung
Das ist das Neue an dieser Saison: Selbst wenn Andrea Kimi Antonelli in der Silverpfeil-Garage versagt, bleibt Italien im Spiel. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende ein italienischer Name auf dem Pokal steht, liegt laut internen Quoten bei 63 Prozent – gerechnet über alle möglichen Kombinationen aus Fahrer, Team und Technik-Chef.
Stefano Domenicali, der Präsident der Formel-1-Gruppe, kann sich zurücklehnen. Unter seiner Ägide wächst die Serie um 17 Prozent Zuschauerzahlen, um 22 Prozent Social-Media-Reichweite und um unzählige italienische Flaggen im Fahrerlager.
Die Frage ist nicht mehr, ob Italiener 2026 jubeln werden. Die Frage ist nur: Wer von ihnen darf zuerst den Sektkorken knallen lassen.
