Italien vor dem abgrund: playoff-gegner nordirland droht das wm-aus

Rund 1,3 Milliarden Menschen schauen weg, wenn Italien nicht dabei ist. Die Azzurri müssen am 26. März gegen Nordirland gewinnen, sonst droht die dritte WM in Folge ohne den viermaligen Weltmeister. Die Auslosung in Zürich verpasste den Italienern keinen Gegner, sondern ein Déjà-vu: Schon 2022 scheiterte Mancinis Team an Nordmazedonien. Diesmal lauert in Belfast das nächste Kleinod aus der Provinz.

Der playoff-plan der uefa: ein spiel, ein trauma

Kein Hin, kein Rück, nur ein einziges 90-Minuten-Fegefeuer. Die UEFA hat die K.o.-Phase radikal gestrafft: 12 Halbfinale, vier Finali, sechs Tickets. Italien muss zweimal gewinnen, sonst fliegt der Titelverteidiger von 2026 schon vor dem Turnier aus dem eigenen Kontinent. Die Zahlen sind gnadenlos: Seit 2018 verpassten 86 Prozent aller Teams mit unter 1,9 Toren pro Spiel die WM. Italien steht bei 1,4.

Die anderen europäischen Paarungen lesen sich wie ein Abschiedsbrief an die Tradition: Wales gegen Bosnien, Ukraine gegen Schweden, Türkei gegen Rumänien. Wer hier nicht trifft, fliegt. Und weil die FIFA bereits die Gruppen ausgelost hat, wartet im Falle des Qualifikationsglücks Kanada, Katar und die Schweiz auf die Squadra Azzurra. Ein Gratistrip nach Toronto, aber nur mit Sondergenehmigung für die Fans: Kanada verlangt für Italiener zusätzliche Entry-Tests wegen des Klimaabkommens.

Irak im krieg, fifa im zwiespalt

Irak im krieg, fifa im zwiespalt

Während Europa noch rechnet, brennt im Irak der Himmel. Die Luftwaffe der USA kontrolliert den Luftraum über Bagdad, der irakische Verband bat die FIFA um Verlegung des Playoff-Finales gegen den Sieger Bolivien/Suriname. Grund: Die Hälfte des Kaders sitzt in der Festung Hauptstadt fest, Trainer Graham Arnold kann die VAE nicht verlassen. Die FIFA entscheidet am Freitag, doch intern ist man sich uneins: Ein Verbandschef nannte die Situation „unspielbar“, ein anderer verwies auf die geopolitische Signalwirkung. Mexiko wartet mit leeren Stadien in Guadalajara und Monterrey, doch die Tickets sind längst verkauft – an Fans, die vielleicht ein anderes Team sehen werden.

Die interkontinentalen Playoffs sind ein Paralleluniversum: Neukaledonien gegen Jamaika um 4 Uhr morgens deutscher Zeit, Bolivien gegen Suriname um 23 Uhr. Dahinter steckt TV-Geld. Die FIFA kassiert 150 Millionen Dollar allein für die Rechte in Asien, wenn Irak qualifiziert. Ein Verbandsexperte rechnete vor: „Fällt Irak aus, sinkt der Wert um 38 Prozent.“ Die Entscheidung ist nicht nur sportlich, sie ist ökonomisch. Und sie ist menschlich: Wer schickt Spieler in ein Kriegsgebiet, nur damit der Sponsor seine Clips kriegt?

Am 31. März stehen die sechs letzten Namen fest. Dann ist nicht mehr von „vielleicht“ die Rede. Dann fliegen 42 Teams bereits nach Kanada, Mexiko und die USA, sechs packen noch einmal die Stiefel. Italien hat zwei Optionen: Sieg oder historische Blamage. Irak hat zwei Realitäten: Krieg oder WM. Die FIFA hat ein Problem: Geld oder Moral. Die Antwort kommt live, um 20.45 Uhr, 31. März. Keine Show, nur Fußball – und der zählt Tore, nicht Worte.