Italien versenkt sich selbst: elfmeter-katastrophe lässt die apokalypse perfekt werden
Rom steht still, Mailand schweigt, Neapel spuckt nur noch Galgenhumor aus. Die Squadra Azzurra hat sich am Montagabend in Sarajevo mit einem 4:5 im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina selbst eliminiert – und damit das historische Triple perfekt gemacht: dritte WM in Folge ohne Italien, drittes Mal nackte Panik statt Tiki-Taka.
Gazzetta trauert in schwarz-rot: „der albtraum hat ein sequel“
Die Gazetta dello Sport druckt schon vor dem offiziellen Ende der Nachtextra die Schlagzeile, die morgen ganz Italien erstickt: „Die Apokalypse geht weiter“. Kein Blatt, kein Sender, keine Bar bleibt verschont. In Florenz klingeln um 23:17 Uhr die Kirchenglocken – nicht aus Freude, sondern wie damals, als die Pest die Stadt heimsuchte. Der viermalige Weltmeister schaut vom zweiten Balkon des Sarajevo-Stadions zu, wie Edin Džeko mit der Faust auf dem Brusthaar tanzt und die WM-Tickets in die Hosentasche stopft.
Was passiert, wenn eine Nation ihr Lieblingskind verliert? Sie fängt an, die eigenen Trainer als Sündenböcke zu jagd. Luciano Spalletti wird vor der Mixed Zone von eigenen Fans mit Tomaten beworfen – eine Szene, die sich innerhalb von Minuten viral verbreitet. Die Polizei in Rom rüstet bereits Wasserwerfer, weil Instagram-Storys zu Aufrufen aufrufen: „Raus aus dem Figc-Hauptquartier!“

Elf minuten, die italiens system entlarvten
Die Statistik lügt nie: In den letzten 18 Monaten hat Italien fünf Elfmeterschießen in Pflichtspielen gehabt – vier verloren. Kein anderer Top-15-Verband ist so konstant schlecht. Aber die Zahlen sagen nur halb die Wahrheit. Das echte Problem sitzt tiefer: kein Plan B, wenn der Gegner die Räume zustellt. Kein Pärchen in der Mitte, das Dribbling und Durchschlagskraft vereint. Kein Keeper, der in die Ecke kommt, bevor der Ball dort ist.
Der bosnische Verband feiert unterdessen das erste WM-Ticket seiner Geschichte. Der kleine Balkan-Staat mit 3,2 Millionen Einwohnern schlägt den Giganten mit 60 Millionen – und macht das 21. Jahrhundert endgültig zur Ära der Underdogs. Džeko, 40 Jahre alt, 127 Länderspiele, küsst das Wappen auf dem Trikot, während die italische Mannschaft wie Schuljungs den Kopf sinken lässt.

Was jetzt? spalletti kassiert, gravina zittert
Federalpräsident Gabriele Gravina wird bis Freitag einen Nachfolger präsentieren müssen, sonst droht ihm eine Misstrauensabstimmung. Spalletti kassiert laut Insidern eine Abfindung von sieben Millionen – bezahlt von Steuerzahlern, die lieber in neue Trainingsplätze investiert hätten. Die Serie A droht den internationalen Top-Status zu verlieren: Keine WM-Präsenz bedeutet weniger TV-Gelder, sinkende Marktwerte, Spieler-Exodus.
Und die Fans? Die wissen schon, dass die nächste Generation erst 2028 wieder eine Chance bekommt. Bis dahin bleibt nur der Trost der kleinen Dinge: Ein Kiosk in Neapel verkauft ab morgen „Apokalypse-Espresso“ – schwarz wie die Stimmung, bitter wie die Wahrheit. Der Verkäufer zuckt mit den Schultern: „Wir können nicht gewinnen, also müssen wir wenigstens trinken.“
