Italien sagt nein: 78 prozent lehnen wm-nachnominierung ab

Die italienische Fußball-Seele rebelliert. 78 Prozent der Tifosi wollen nicht einmal hören, dass die Squadra Azzurra per FIFA-Beschluss zur WM 2026 in die USA eingeladen werden könnte. Für sie zählt nur das Feld, nie das Fax aus Zürich.

Das echo aus rom bis mailand

Die Zahlen sind eindeutig. Auf unserer Umfrage-Seite votierten binnen zwölf Stunden über 240.000 Nutzer – und das Ergebnis ist so hart wie der Granit der Alpen. „Prestige gewinnt man durch Tore, nicht durch Lobbyisten“, schreibt ein User aus Neapel. „Meine Kinder sollen keine Alibiteam-Farce sehen“, kommentiert ein Vater aus Bari. Die Botschaft ist klar: Wer nicht qualifiziert ist, soll daheimbleiben.

Der kurios Vorstoß des italienisch-amerikanischen Unternehmers Paolo Zampolli, der per Brief an FIFA-Präsident Gianni Infantino eine „wild card“ für Italien forderte, landete prompt im Shredder der öffentlichen Meinung. Selbst Donald Trump winkte beim Thema ab: „Ich denke nicht viel darüber nach.“ Marco Rubio, Außenminister der USA, versiegte jegliche Hoffnung: „Keine offizielle Note erreichte Teheran, iranische Spieler auszuschließen.“ Damit entfällt der letzte juristische Haken, an dem Zampollis Konstrukt noch hätte hängen können.

Coni-präsident buonfiglio: „ich wäre beleidigt“

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Luciano Buonfiglio, Chef des italienischen Olympischen Komitees, schickt sich an, die Debatte endgültig zu beenden. „Eine WM nimmt man sich auf dem Rasen, nicht auf dem grünen Tisch“, sagte er gestern in Rom. Sein Satz klingt wie ein Schwur auf die DNA des italienischen Fußballs – jene Mischung aus Stolz und Selbstbewusstsein, die vier Sterne auf die Brust stickte.

Die FIFA schweigtweiter, doch intern ist die Stimmung laut Insidern eindeutig. Ein Nachrücken ohne sportlichen Grund würde Präzedenz schaffen, die Gruppenphase zur Farce machen und die ohnehin bröckelnde Glaubwürdigkeit des Verbandes final zerstören. Der Preis dafür: rund 1,2 Milliarden Dollar an zusätzlichen TV-Entschädigungen, sollte der Weltverband nachträglich die Gruppen aufbohren.

Die stunde der wahrheit kommt im juni

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Bis zur offiziellen Auslosung der WM-Quali-Playoffs am 1. Juni bleibt Italien auf ständigem Zahnfleisch. Spieler wie Gianluca Scamacca und Sandro Tonali wissen: Keine Wildcard, kein Umweg – nur zwei Playoff-Siege im März 2026 würden das Ticket lösen. Alles andere wäre ein Schnitzel ohne Panade.

Für die Tifosi heißt es jetzt: Schalten statt hoffen. Die 78-Prozent-Mehrheit hat das letzte Wort. Sie wird nicht auf ein Fax warten, sondern auf Tore. Denn was zählt, ist das, was zwischen den Pfosten passiert – nicht das, was zwischen den Bürowänden der FIFA kursiert.