Italia erwischt österreich und slowenien: em-quali wird zum überlebenskampf

Die Qualifikation für die Basketball-Europameisterschaft 2027 ist kein Schaulaufen mehr – sie ist die Eintrittskarte zu Olympia 2028. Die Azzurre erwischten Österreich, Slowenien und Lettland. Die ersten Sechs jeder Gruppe ziehen ins Pre-Olympic-Turnier ein. Die ersten beiden steigen direkt um. Der Rest fliegt raus.

Capobianco spricht vom „todesgruppencheck“ – und meint es ernst

Die Lostöpfe in Mies rollten, und Italien landete sofort in der obersten. Dann kam Gruppe K. „Wieder so ein Brett“, sagte Bundestrainer Andrea Capobianco im Anschluss. „Slowenien hat drei Naturalisierte, Lettland schießt aus fünf Metern wie aus dem Training, und Österreich spielt seit zwei Jahren ein Pressing, das an die alte Jugoslawie erinnert.“

Die Termine sind knallhart: 11. November 2026 Heimauftakt gegen Slowenien, drei Tage später in Wien, dann 17. November in Riga. Rückrunde: 10. Februar 2027 in Ljubljana, 13. Februar Heimspiel gegen Österreich, 16. Februar Lettland in Padua. Keine Atempause, keine Testspiel-Woche. „Wir fliegen direkt von den Weltmeisterschaften in Berlin hierher. Die Spielerinnen bekommen zwei Tage frei, dann geht’s in die Halle“, so Capobianco.

Die italische Basketball-Föderation hatte den „Gruppen des Todes“-Begriff nach dem vergangenen Sommer eigentlich verbannt. Jetzt ist er zurück. Die Statistik spricht für sich: In den letzten fünf direkten Duellen gegen Slowenien gewannen die Azzurre nur zweimal, gegen Lettland sogar nur einmal. Österreich ist der unbekannte Faktor – verlor zuletzt nur gegen Spanien mit zwei Punkten Differenz.

Die quali beginnt, bevor die wm vorbei ist

Die quali beginnt, bevor die wm vorbei ist

Der Zeitplan ist brutal. Die Weltmeisterschaft in Berlin läuft bis 13. September 2026. Die EM-Qualifikation beginnt offiziell am 11. November. „Wir müssen innerhalb von acht Wochen eine neue Defensive einstudieren, zwei Center rekonvaleszieren und drei Spielerinnen aus der WNBA zurückholen“, rechnet Capobianco vor. Das Team wird zwischen den Partien keine Trainingslager mehr einlegen. Stattdessen: Videoanalyse per Zoom, individuelle Athletik-Pläne, Mikro-Camps in Bologna. „Wir können uns keinen Luxus leisten.“

Die politische Brisanz kommt hinzu. Österreich hat die EM 2027 mitorganisiert, Slowenien ist Co-Gastgeber. Beide Nationen wollen ihre Tickets lieber auf dem Feld als durch Wildcard lösen. „Die werden alles reinwerfen, was geht“, warnt Capobianco. Italien dagegen muss liefern – sonst droht erstmals seit 1996 das Aus bei Olympia.

Die Fans bekommen die ersten Hinweise schon am Sonntag. Dann testet Italien in Triest gegen Japan. Capobianco wird dabei erstmals die „Small-Ball“-Formation mit Sabrina Cinili als erstem Ballhandler ausprobieren. „Wenn das klappt, können wir unsere Bigs gegen Slowenien ausruhen.“ Ein Sieg gegen Japan wäre mehr als nur Moral – er wäre das erste Statement.

Die Uhr tickt. Die Gruppenphase endet am 16. Februar 2027. Bis dahin muss Italien unter die ersten zwei kommen. Sonst heißt es: Abschied von Los Angeles. Capobianco zuckt mit den Schultern: „Wir haben 32 Jahre auf eine WM gewartet. Warten wir jetzt nicht noch einmal 32 auf Olympia.“