Isco bricht 145 tage durststrecke: geburtstag-comeback beschert betis sieg gegen girona
145 Tage saß Isco Alarcón nur auf der Bank, trat Kilometer mit der Physiotherapeutin, schaute zu, wie sich Real Betis aus den Cups verabschiedete. Am Samstag war Schluss: Der Mittelfeldstratege kam, sah – und leitete den Pass zum 2:3-Siegtreffer gegen Girona. Mit einem Torwirbel endete die längste Sieglos-Serie der Andalusier seit 2021.
Isco beendet durststrecke – und feiert sich selbst
„Zurück auf dem Rasen, am eigenen Geburtstag, dreifacher Punkt gegen den Champions-League-Hoffnungsträger – besser geht’s nicht“, sagte der 32-Jährige nach Abpfiff vor den Kameras von Movistar, das Trikot noch klatschnass. Die Zahlen sprechen für sich: Vor seinem Kreuzband-Impfing im November kassierte Betis 1,73 Punkte pro Spiel, danach nur 1,15. Ohne Isco lief das Spielgerüst stockend, mit ihm plötzlich wieder kurze, vertikale Kombinationen statt querem Sicherheitspass.
Die Szene des Tages lag auf seiner Fußspitze. 78. Minute, Ausgleichstor gerade gefallen, Estadio Benito Villamarín tobt. Isco nimmt im Zentrum den Ball, zögert einen Herzschlag, schickt dann Willian José mit einem geschraubten Zuspiel in die Gasse – 2:3. Gironas Abwehr wirkt wie angewurzelt, weil keiner damit rechnet, dass der Ausfallspieler direkt die Killer-Linie trifft. „Genau diese Ballsicherheit fehlte uns wochenlang“, analysierte Trainer Manuel Pellegrini im Anschluss.

Sechs finals warten – champions-league-ticket noch drin
Mit dem Erfolg springt Betis auf Rang fünf und rückt auf drei Punkte an Atlético Madrid heran. Die Europa-League-Pleite gegen Dinamo Zagreb sitzt zwar noch in den Knochen – „wir haben eine riesige Chance verpasst, das weiß jeder hier“, hadert Isco –, doch die Liga bietet nun eine neue Zielgerade. „Sechs Finals, mehr nicht. Wer jetzt Gas gibt, spielt nächste Saison Dienstag- statt Donnerstagabend“, sinniert Pellegrini vor der Presse.
Der Spielplan liefert zwei direkte Duelle mit Konkurrent Real Sociedad sowie ein Heimspiel gegen derzeit formstarkes Athletic Bilbao. Die interne Statistik stimmt optimistisch: Wenn Isco mindestens eine halbe Stunde steht, gewinnt Betis 62 % der Partien – ohne ihn nur 38 %. Das medizinische Departement warnt indes vor zu viel Euphorie: Ein Gradmesser folgt bereits am Donnerstag im Pokal-Halbfinale gegen FC Valencia.
Für Isco selbst zählt vor allem eins: „Ich will nicht mehr zuschauen, ich will entscheiden.“ Wenn er seine Form halb so schnell wiederfindet wie seine Technik, dürfte Betis die Saison doch noch mit einem Happy End krönen. Die Fans jedenfalls haben ihren Zauberlehrling zurück – und 40.000 Stimmen bewiesen am Samstag, dass sie ihm die Wartezeit längst verziehen haben.
