Isabell werth kämpft für olympia in aachen – der bürgerentscheid naht

Aachen macht Ernst. Ab dem 16. März hängt das Gesicht der erfolgreichsten Dressurreiterin der Welt auf Plakaten durch die ganze Stadt – und Isabell Werth wirbt nicht für ein Parfüm oder eine Versicherung, sondern für etwas, das Aachen auf Jahrzehnte prägen könnte: Olympische Spiele auf deutschem Boden.

Ein name, der gewicht hat

Werth ist keine Quotenprominente, die man für eine Kampagne eingespannt hat. Acht Olympiasiege, unzählige Triumphe beim CHIO in der Soers, Weltranglistenspitze über Generationen hinweg – wenn diese Frau für etwas wirbt, hört die Reitsportwelt hin. Und Aachen weiß das. Die Stadt setzt sie gezielt als Gesicht für den Bürgerentscheid ein, der am 19. April entscheidet, ob sich Aachen an einer möglichen NRW-Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beteiligt.

Die soers als natürliche olympiabühne

Die soers als natürliche olympiabühne

Der Gedanke dahinter ist bestechend einfach: Das Gelände in der Soers existiert bereits. Die Infrastruktur steht, die Tribünen kennen Weltklassereiten, die Logistik ist erprobt. Werth selbst hat dort Siege gefeiert, die in die Sportgeschichte eingegangen sind. Einen Neubau auf der grünen Wiese braucht niemand – und genau das ist das stärkste Argument, das Aachen in diesem Verfahren ausspielen kann. Ergänzend dazu ist das Tivoli-Stadion als möglicher Spielort für das olympische Frauenfußballturnier im Gespräch.

Briefwahl, plakate und eine knappe frist

Briefwahl, plakate und eine knappe frist

Die rund 185.000 Wahlberechtigten erhalten ihre Unterlagen ab dem 20. März per Post. Ausschließlich Briefwahl – kein Gang zur Urne, kein spontaner Entschluss am Wahlsonntag. Die Stadt flankiert die Kampagne mit Flyern, Messeauftritten und verschiedenen digitalen Kanälen. Politisch trägt der Bürgerentscheid parteiübergreifend breite Unterstützung. Nur die Linken lehnen eine NRW-Bewerbung grundsätzlich ab, und der Chor der Kostenkritiker wird lauter, je konkreter die Zahlen werden.

Ende september fällt die wirklich große entscheidung

Ende september fällt die wirklich große entscheidung

Aachen ist nicht allein in diesem Prozess. Mehrere potenzielle Austragungsorte sollen ihre Unterstützung per Bürgerentscheid bestätigen, bevor der Deutsche Olympische Sportbund Ende September über eine offizielle deutsche Bewerbung abstimmt. Aachen hat mit Werth und der Soers ein Argument, das kaum ein anderer Standort so klar auf den Tisch legen kann. Der Rest ist Überzeugungsarbeit – und dafür hat man bis April Zeit.