Irrland zertrümmert sich selbst: 2:0-führung verspielt, prag wird zur endstation
Ein Traum, der nach 20 Minuten schon greifbar schien, endet als Generationstrauma. Irland war bei der WM-Quali 2:0 in Führung, doch Tschechien drehte die Partie und schickte die Boys in Green im Elfmeterschießen nach Hause – zum sechsten Mal in Folge scheitern sie an der Endrunden-Tür.
Die zahlen, die wehtun
6.000 grüne Fans hatten Prag in eine irische Festung verwandelt, 2:0 stand es nach einem Doppelpack von Troy Parrott. Dann kam die 86. Minute. Ein Standard, ein Kopfball, 2:2. Die Luft entwich aus dem Kessel, die Knie der Irländer wurden weich. Im Shoot-out trafen Azaz und Browne den Pfosten bzw. Matej Kovar. Das war’s. Kein Tor, kein Ticket, keine USA 2026.
Die Presse spricht Klartext. „Sport ist wahrlich Müll“, schreibt die Irish Times. Der Mirror adelt Trainer Heimir Hallgrimsson mit dem Titel „Zahnarzt der Träume“ und wirft ihm taktische Naivität vor: „Ein Spiel, das Irland gewonnen und dann weggeworfen hat. Das ist kein Pech, das ist Missmanagement.“

Parrott verteidigt die versager – und attackiert die kritiker
Der in Alkmaar laufstark aufgelegte Parrott nimmt seine Schützlinge in Schutz: „Finn und Alan standen freiwillig da. Jeder hätte Nein sagen können. Deshalb habe ich noch mehr Respekt vor ihnen.“ Die Worte klingen echt, aber sie mildern den Schmerz nicht. Für eine ganze Generation wird Prag nun zum Synonym für „so nah und doch so fern“.
Hallgrimsson zieht trotzdem eine positive Bilanz: „Alle Kennzahlen haben sich verbessert.“ Statistik versus Emotion – in Irland gewinnt die Emotion. Die Fans buhen, die Zeitungen spotten: „Wenigstens müssen wir jetzt keine Social-Media-Posts löschen, um in die USA einzureisen.“ Sarkasmus als Schmerztherapie.
Endstand: 2:2, 3:4 n.E., und ein ganzen Insel liegt der Frust auf der Zunge. Die Boys in Green? Momentan eher the Boys in Grief.
