Iraq: fußballfieber trotz krieg – der coach überrascht die welt!

Bagdad bebt, nicht nur wegen der Bomben, sondern wegen des Fußballs! Der australische Coach Graham James Arnold hat das irakische Nationalteam in eine Mission verwandelt, die die Welt in Staunen versetzt. Während die Diplomatie scheitert, verbindet der Sport ein Land, das von Krieg und Konflikten zerrissen ist.

Ein unerwarteter optimismus inmitten des chaos

Ein unerwarteter optimismus inmitten des chaos

Arnold, ein Mann, der bereits Erfahrung mit der australischen Nationalmannschaft gesammelt hat, schlüpfte in eine der schwierigsten Trainerpositionen überhaupt. Seine Entscheidung, nach Iraq zu gehen, trotz der Warnungen seiner Freunde und Familie, rührte von einer tiefen Leidenschaft für den Fußball und dem Wunsch her, 46 Millionen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Ich war es leid, zu Hause herumzusitzen“, so Arnold in einem exklusiven Interview. „Und die Herausforderung, Irak nach 40 Jahren wieder zur Weltmeisterschaft zu führen, war einfach zu verlockend.“

Die Aufgabe ist alles andere als einfach. Die irakische Nationalmannschaft wurde in eine Todesgruppe mit Frankreich, Norwegen und Senegal gelost. Doch Arnold lässt sich nicht beirren. „Der Druck liegt bei den anderen“, erklärt er selbstbewusst. „In Irak glauben alle, dass wir alle drei Spiele verlieren werden. Wir haben keine Erwartungen, also können wir nur gewinnen.“

Die ungewöhnlichen Methoden des Coaches

Arnold hat nicht nur taktische Änderungen vorgenommen, sondern auch tiefgreifende psychologische Maßnahmen ergriffen. Er verbot die Nutzung sozialer Medien im Trainingslager, um seine Spieler vor negativen Einflüssen zu schützen. „Die sozialen Medien sind voller Lügen und Hass“, so Arnold. „Das ist Gift für die Seele, besonders für irakische Spieler, die ständig mit dem schlechten Image ihres Landes konfrontiert werden.“

Ein weiterer ungewöhnlicher Schritt war die Anpassung des Trainingsplans an die religiösen Gegebenheiten im Land. „Ich musste mich anpassen“, erklärt Arnold. „Die Gebetszeiten und die lokalen Bräuche sind Teil der irakischen Kultur, und ich respektiere das. Ich habe gelernt, mit den Gegebenheiten zu leben und das Beste daraus zu machen.“

Die schwierige Qualifikation, die durch den Ausbruch des Krieges und die Schließung des Luftraums über Bagdad unterbrochen wurde, hat das Team nur gestärkt. Nach einer 28-stündigen Busfahrt nach Amman und einem Aufenthalt in einem Hotel, das von Raketen beschossen wurde, qualifizierte sich Irak schließlich für die Weltmeisterschaft. „Ich habe meinen Spielern gesagt: ‘Was machen wir mit diesem Krieg? Nutzen wir ihn als Ausrede oder als Motivation?’“, so Arnold. „Sie haben sich für Letzteres entschieden.“

Ein Team aus zwei Kulturen

In seinen Reihen hat Arnold neun Spieler mit europäischer Abstammung, von denen einige noch nie in Irak waren. Die Integration dieser Spieler in das Team war eine Herausforderung, doch Arnold hat eine clevere Lösung gefunden. Er teilte die Spieler nach Sprachkenntnissen auf und platzierte die englischsprachigen Spieler auf der linken Seite und die arabischsprachigen Spieler auf der rechten Seite. Zwei Spieler, die beide Sprachen beherrschen, fungieren als Übersetzer zwischen den beiden Gruppen.

Ein Beispiel ist Marko Farji, ein 2004 geborener Spieler aus Norwegen, der für Venezia spielt. „Er hat einen ungeheuerlichen Liebe für Irak“, so Arnold. „Diese Leidenschaft für die Flagge, das Land, die Nationalmannschaft, ist ein starker Motivator.“

Die kommenden Spiele gegen Frankreich, Norwegen und Senegal werden die ultimative Prüfung für Arnold und sein Team sein. Doch eines ist sicher: Das irakische Nationalteam hat die Welt überrascht und wird mit Stolz und Entschlossenheit in die Weltmeisterschaft gehen. Die Hoffnung, ein Land zu vereinen, das so tief gespalten ist, liegt nun auf den Schultern dieser Spieler – und das ist ein Gewicht, das sie mit Würde tragen.