Iran-konflikt bremst autoindustrie: lieferengpässe und preisanstiege drohen!
Die indische autoindustrie steht vor großen Herausforderungen. Der anhaltende Konflikt im Iran lässt die Preise für Öl, Gas und essenzielle Rohstoffe für die Fahrzeugproduktion in die Höhe schnellen – und gefährdet die Versorgungssicherheit. Die Folge: Verzögerungen und mögliche Produktionsausfälle drohen, wie die indische Automobilhändler-Föderation Fada warnt.

Verzweifelte warnungen aus den autohäusern
Die Situation ist ernst. Laut Fada haben bereits mehr als die Hälfte der indischen Autohändler Lieferengpässe oder Verspätungen erlebt. 17,1 Prozent der Betriebe berichten von Wartezeiten von drei Wochen oder länger. Das alles während eines Jahres, in dem die Gesamtverkäufe einen historischen Höchststand erreichten – ein bitterer Ironie.
Die Ursache: Der Konflikt im Iran hat nicht nur die Energiepreise in die Höhe getrieben, sondern auch die Kosten für Schlüsselmetalle wie Aluminium, Kupfer und Stahl explodieren lassen. Der führende indische Automobilhersteller Maruti Suzuki hat bereits angekündigt, gezwungen sein, die Preise seiner Fahrzeuge erhöhen zu müssen. Das ist ein deutliches Signal für die gesamte Branche.
Die steigenden Kraftstoffpreise belasten auch die Kundenentscheidungen, wie ein aktueller Umzug der Fada zeigt. 36,5 Prozent der Händler berichten, dass die Kraftstoffkosten die Kaufentslüsse immer stärker beeinflussen. Besonders betroffen ist das Segment der Nutzfahrzeuge, aber auch Fahrzeuge mit zwei oder vier Rädern leiden unter den Auswirkungen.
Trotz dieser widrigen Umstände gab es im März einen deutlichen Anstieg der Einzelhandelsverkäufe in Indien – um 25,28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere der Verkauf von Pkw stieg um 21,48 Prozent, Zweirädern um 28,68 Prozent und Nutzfahrzeugen um 15,12 Prozent. Steuererleichterungen trugen ebenfalls zu diesem positiven Ergebnis bei. Die durchschnittliche Verweildauer eines Autos im Autohaus ist indes bereits für sechs Monate in Folge gesunken und lag im März bei rund 28 Tagen – ein Jahr zuvor waren es noch 52 Tage.
Die Fada betont, dass der Iran-Konflikt den gesamten operativen Rahmen der Automobilindustrie trübt. Die Branche muss nun kreative Lösungen finden, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten und die steigenden Kosten abzufedern. Die Frage ist, wie lange die Automobilhersteller diese Belastungen noch stemmen können, bevor sie die Verbraucher mit weiter steigenden Preisen belasten müssen.
