Iranische fußballer um visa-marathon – wm-teilnahme in gefahr?
Ein Wettlauf gegen die Zeit: Die iranische Fußball-Nationalmannschaft hat nur knapp vor dem Beginn der Weltmeisterschaft grünes Licht für die Einreise nach Mexiko erhalten. Doch hinter der erlösten Visa-Erteilung verbirgt sich ein Drama, das die Vorbereitung auf das Turnier erheblich erschwert und die politische Brisanz der WM unterstreicht.
Turbulente reise: von der türkei nach tijuana
Nach zähen Verhandlungen und einem ungewöhnlichen Verfahren, bei dem auf Fingerabdrücke verzichtet wurde, erhielten die iranischen Spieler nun die notwendigen Visa. Das Team befindet sich derzeit noch im Trainingslager in der Türkei, bevor es am Samstag nach Spanien und von dort aus weiter nach Tijuana, Mexiko, weiterreist. Ursprünglich war ein Trainingslager in Tucson, Arizona, geplant, doch die angespannten politischen Verhältnisse machten diesen Standort unmöglich.
Die drei Vorrundenspiele der iranischen Mannschaft werden in den USA ausgetragen, was die Reiseangelegenheiten zusätzlich kompliziert. Das erste Spiel gegen Neuseeland am 15. Juni in den USA steht somit unmittelbar bevor. Verbandspräsident Mehdi Taj betonte die schnelle Ausstellung der Visa innerhalb von 48 Stunden, was angesichts der Umstände eine bemerkenswerte Leistung darstellt.

Krieg, wirtschaftskrise und finanzielle hürden
Die Vorbereitung der Nationalmannschaft ist alles andere als ideal verlaufen. Seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar befindet sich das Land im Kriegszustand. „Die Lage im Land und insbesondere der Krieg haben all unsere Pläne über den Haufen geworfen“, erklärte Taj. Darüber hinaus belasten finanzielle Schwierigkeiten, die auf die Wirtschaftskrise und die Abwertung der nationalen Währung zurückzuführen sind, den Verband zusätzlich.
Ein Testspiel gegen Mali in Antalya am Donnerstag wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen – ein weiteres Zeichen der schwierigen Umstände, unter denen sich die Mannschaft befindet. Die Spieler müssen sich nicht nur auf den sportlichen Gegner konzentrieren, sondern auch mit den politischen und wirtschaftlichen Belastungen ihres Landes auseinandersetzen.
Die FIFA und die beteiligten Regierungen stehen nun vor der Herausforderung, die Bedingungen für eine faire und sichere WM-Teilnahme für alle Teams zu gewährleisten. Die Geschichte des Iran zeigt, dass der Sport oft zum Spiegelbild politischer Realitäten wird.
