Iranische fußballer: ausreise-chaos nach wm-auftritt – infantino macht’s nicht besser!
Los Angeles – Ein Desaster, so die Wortwahl des iranischen Kapitäns Mehdi Taremi. Nach dem überraschenden 2:2 gegen Neuseeland gegen Neuseeland muss das Team Melli umgehend die USA verlassen, eine Entscheidung, die für erhebliche Verunsicherung und Frustration sorgt. Die Begleitumstände bei der WM 2026 sind alles andere als ideal, und selbst ein persönliches Gespräch mit FIFA-Präsident Gianni Infantino konnte die Stimmung kaum verbessern.
Trainer ghalenoei: “wir werden unterdrückt!”
Trainer Amir Ghalenoei schäumt: „Es wirkt, als ob wir von anderen gesteuert werden.“ Er beklagt eine klare Unterdrückung seines Teams und wundert sich über die plötzliche Anordnung zur sofortigen Abreise aus Los Angeles. Eigentlich war für Dienstag ein Regenerationstraining geplant, stattdessen heißt es, das Team müsse ins mexikanische Tijuana umziehen. Die Gründe für diese Umstrukturierung sind ihm schleierhaft. Die Spieler, die nach dem hart erkämpften Punktgewinn auf eine weitere Nacht in Kalifornien gehofft hatten, sind sichtlich verärgert.
Kapitän Taremi sprach von einem „Desaster“ – ein Wort, das die allgemeine Stimmung im Team treffend beschreibt. Nicht nur die erzwungene Abreise belastet die Mannschaft, sondern auch das Fehlen wichtiger Mitglieder des Staffs, darunter das komplette Medienteam und der Verbandschef, denen die Einreise in die USA verweigert wurde. „Diese Leute sind wichtig für uns“, betonte Taremi, „das ist ein Desaster.“

Politische schatten über die wm
Die Situation ist umso brisanter, wenn man bedenkt, dass der WM-Auftritt des Iran kurz nach einem Friedensabkommen zwischen den USA und Iran stattfand. Trotz des Verbots wurden im Stadion historische „Schah-Flaggen“ geschwenkt, und während der Hymne waren deutlich vernehmbare Pfiffe zu hören – ein Zeichen der anhaltenden Proteste exiliranischer Bürger in Kalifornien gegen das Regime in Teheran. Die Vorbereitung des Teams auf die WM war monatelang von Unsicherheit über die Teilnahme geprägt.
Pfannenstiel, der das Spiel für MagentaTV verfolgte, lobte hingegen den „Entertainment-Faktor“ des Iran-Matches. Doch für die Spieler selbst steht der Fußball im Vordergrund – und die Hoffnung, dass sich die chaotischen Rahmenbedingungen bald bessern. Die kommenden Spiele gegen Belgien (in Los Angeles) und Ägypten (Seattle) werden zeigen, ob das Team Melli trotz der Widrigkeiten seine Chancen auf das erstmalige Erreichen der K.o.-Runde wahren kann.
Die Entscheidung der USA, das iranische Team so abrupt ausreisen zu lassen, wirft Fragen nach der politischen Einflussnahme auf den Sport auf. Obwohl die FIFA versucht, eine neutrale Rolle zu spielen, zeigt der Fall Iran, wie eng Sport und Politik miteinander verwoben sein können – und wie dies die Leistung der Athleten beeinträchtigen kann. Die Wut und Frustration im Team sind spürbar, und es bleibt abzuwarten, ob die FIFA in der Lage sein wird, die Situation zu entschärfen und den Iranern die bestmöglichen Bedingungen für ihre weiteren Spiele zu bieten.
