Iran verbannt sportler aus „feindlichen“ ländern – wm 2026 droht der nächste eklat

Die iranische Regierung lässt ihre Teams nicht mehr in Staaten reisen, die sie für „unsicher“ oder „feindlich“ hält. Die Order trifft mitten in die Play-offs der AFC Champions League und wirft bereits Schatten auf die WM 2026.

Tractor muss umplanen – saudi-arabien gilt als rote zone

Der Klub Tractor SC aus Tabris sollte am 17. April in Riad gegen Shabab Al Ahli antreten. Stattdessen sitzt man in Teheran fest und bittet die Asiatische Fußball-Konföderation um neutrales Gelände. Die AFC hatte die Partie erst vor zehn Tagen nach Saudi-Arabien verlegt – wegen besserer TV-Rechte und leerer Tribünen in Iran. Jetzt dreht sich das Blatt.

Die Begründung aus dem Innenministerium klingt sportlich, ist aber pure Machtpolitik: „Schutz unserer Athleten“ vor Raketen und Drohnen. Seit dem 28. Februar fliegen israelische und US-amerikanische Geschosse über den Golf. Die Antwort Teherans: Kein Schritt Richtung Riad, Abu Dhabi oder – entscheidend – USA.

Die wm rückt näher, iran zieht sich nicht zurück, aber auch nicht ein

Die wm rückt näher, iran zieht sich nicht zurück, aber auch nicht ein

FIFA-Reglement besagt: Wer nicht antritt, fliegt. Iranische Verbandsfunktionären schwören, man wolle den Weltpokal 2026 nicht boykottieren. Gleichzeitig sickert durch, dass man Spiele lieber in Mexiko austragen würde – ein Wunsch, den die FIFA sofort abwinkt. Die Spielorte stehen fest, darunter Vancouver, Dallas, Los Angeles.

Die iranische Delegation hat bereits angefragt, ob man die Gruppenphase auf neutralen Plätzen bestreiten dürfe, ähnlich der russischen „Gastgeber“-Konstruktion 2018. Die Antwort kam schriftlich: „Nur bei Zwang – und den gibt es nicht.“

Die Uhr tickt. Die Auslosung für die finale Quali-Runde erfolgt im Dezember. Sollte Iran sich qualifizieren, müsste die Mannschaft binnen vier Monate eine Lösung präsentieren: Einreise in die USA oder Zwangsverzicht. Das erste Szenario wäre eine diplomatische Sensation, das zweite ein Debakel für den Verband und die Fans, die 1998 in Lyon gegen die USA jubelten und heute auf TikTok mit dem Hashtag #NoUStravel mobilisieren.

Die Liga der Champions bleibt der Probelauf. Wenn die AFC auf Zeit spielt und Tractor die Partie sausen lässt, droht eine Sperre für alle iranischen Klubs. Dann wären nicht nur die Flugtickets nach Riad ungenutzt, sondern auch der Traum vom asiatischen Titel. Die Botschaft ist klar: Wer sich außerhalb des Spielfelds politisiert, riskiert auf dem Rasen alles.