Iran eilt zu fifa-krisengesprächen – trump gibt grünes licht für wm-teilnahme
Die FIFA zieht den Iran kurz vor dem WM-Start nach Zürich, um die roten Linien zu ziehen. Verbandsboss Mehdi Taj will bis zum 20. Mai „zahlreiche Themen“ klären – und bekommt sieben Wochen vor dem Eröffnungsspiel in Mexiko, USA und Kanada sein Krisentreffen.
Der Druck ist massiv. Die iranische Delegation hatte den FIFA-Kongress in Toronto abgeblasen, nachdem Kanada dem Revolutionsgarden-Veteranen Taj die Einreise verweigerte. Stattdessen fordert Teheran jetzt eine komplette Verlegung seiner Gruppenspiele nach Mexiko – ein Forderungskatalog, der Infantino auf den Plan rief.
Infantino stellt sich vor trump und schließt boykott aus
In Vancouver ließ der FIFA-Präsident keinen Zweifel: „Iran ist selbstverständlich dabei.“ US-Präsident Donald Trump unterschrieb mit einem Schulterzucken: „Wenn Gianni das sagt, ist das okay. Er ist ein Freund, er kann machen, was er will.“ Damit dürfte der letzte politische Schalter auf grün stehen – zumindest in Washington.
Die iranische Seite inszeniert sich als Opfer. Man sei „aufgrund unangemessenen Verhaltens kanadischer Beamter und einer Beleidigung der Revolutionsgarden“ umgehend zurückgeflogen, heißt es in der Verbandsmitteilung. Kanada wiederum listet die Revolutionsgarden seit Jahren als Terrororganisation – ein Detail, das Taj offenbar unterschätzte.

Gruppe g wartet in los angeles und seattle
Sollte sich an der Austragungsstätte nichts ändern, trifft Iran vom 12. Juli in Los Angeles auf Neuseeland und Belgien, drei Tage später in Seattle auf Ägypten. Das Team will sein Lager in Tucson/Arizona beziehen – ein Ort, der geografisch näher an Mexico City liegt als an der US-Westküste. Ein Zufall, den Teheran für seine Verlegungsforderungen nutzt.
Die FIFA wird in Zürich nun abwägen: politische Symbolik oder sportliche Kontinuität. Infantino braucht Ruhe vor dem 11. Juni, Taj braucht ein Gesichtswahrungs-Signal nach Hause. Wer nachgibt, entscheidet sich in den nächsten Tagen – und bestimmt, ob die WM ihren ersten geopolitischen Eklat schon vor dem Anpfiff vermeidet.
