Ioc plant veränderungen im bewerbungsprozess – auswirkungen auf deutsche olympia-hoffnungen
Ioc strebt mehr transparenz und kosteneffizienz an
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) plant offenbar eine grundlegende Reform des Vergabeprozesses für zukünftige Olympische Spiele. Diese Veränderungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 haben. Im Fokus stehen dabei eine größere Transparenz und eine Reduzierung der Kosten für potenzielle Gastgeber.

Grabar-kitarovic stellt neue vorschläge vor
Kolinda Grabar-Kitarovic, Vorsitzende der Future-Host-Commission, präsentierte auf der 145. IOC-Vollversammlung in Mailand die ersten konkreten Vorschläge. Ziel sei es, den Prozess für Bewerber „kosteneffizienter“ zu gestalten und gleichzeitig die Transparenz zu erhöhen. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Kritik am bisherigen auswahlverfahren
Das derzeitige Verfahren, bei dem die IOC-Exekutive der Vollversammlung einen einzigen Favoriten zur Abstimmung vorlegt, wurde bereits unter der Führung von Thomas Bach eingeführt. Die Kommission um Grabar-Kitarovic sieht hier jedoch Schwächen. Zukünftig sollen Bewertungen auf „transparenten, im Voraus veröffentlichten Kriterien“ basieren.
Übergangsphase mit shortlist geplant
Grabar-Kitarovic schlug die Einführung einer Übergangsphase vor, in der eine Shortlist von interessierten Bewerbern mit fortgeschrittenen Projekten einer eingehenden Bewertung unterzogen würde. Die derzeitige Unterscheidung zwischen kontinuierlichem und zielgerichtetem Dialog sei oftmals „zu scharf“, so die ehemalige kroatische Staatspräsidentin. Die Einbeziehung der IOC-Mitglieder in den gesamten Wahlprozess soll zudem verstärkt werden.
Vergabe bis 2034 bereits abgeschlossen
Die Spiele bis einschließlich 2034 sind bereits vergeben: die französischen Alpen (Winter/2030), Brisbane (Sommer/2032) und Salt Lake City (Winter/2034). Diese Städte wurden im Rahmen des „targeted dialogue“ ausgewählt und von der IOC-Vollversammlung mit großer Mehrheit bestätigt. Zuvor gab es häufigere Kampfabstimmungen zwischen mehreren Bewerbern.
Dosb im kontinuierlichen dialog mit dem ioc
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB)befindet sich seit Ende 2025 im „kontinuierlichen Dialog“ mit dem IOC und ist damit offizieller Bewerber. Im September soll entschieden werden, welche deutsche Stadt – Berlin, München, Hamburg oder Köln-Rhein-Ruhr – ins Rennen um die nächsten drei zu vergebenden Sommerspiele geht. Bach hatte während seiner Amtszeit von einer „zweistelligen“ Zahl von Interessenten für die Ausgabe 2036 gesprochen.
Zukunft des olympischen programms in diskussion
Neben dem Vergabeprozess wird auch die Zukunft des olympischen Sportprogramms diskutiert. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry kündigte „unbequeme“ Diskussionen an, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Mehrere traditionelle Sportarten, darunter die Nordische Kombination und der Moderne Fünfkampf, stehen auf dem Prüfstand. Es wird spekuliert, dass auch weniger klassische Wintersportarten wie Crosslauf oder Cyclocross ins Programm aufgenommen werden könnten.
