Inter-debakel: kolarov statt chivu auf der bank – und droht ihm nun auch noch der rauswurf?
Mailand brennt. Cristian Chivu muss wegen seiner Rot-Sperre gegen Atalanta zuschauen, Aleksandar Kolarov sollte eigentlich die Notlösung sein. Doch der Serbe raste im Tumult nach dem Schlusspfiff so heftig ab, dass der Sportgerichtshof nun auch über ihn urteilen muss. Florenz wird zur Schicksalswoche – und vielleicht zur Farce.
Kolarovs comeback droht zum eigentor zu werden
Die Szene ist in 4K gespeichert: Frattesi fällt, Manganiello pfeift nicht, Kolarov sprintet wie damals auf der linken Bahn, nur diesmal nicht nach vorne, sondern direkt in den Protest-Knäuel. Worte fliegen, Djimsiti wird gestoßen, die vierte Offizielle greift zum Mikro. Ergebnis: Chivus zweite Gelbe, Kolarovs Name im Referee-Bericht. Beide könnten fehlen – und plötzlich steht Inter ohne erlaubten Coach da.
Die Folgekaskade ist ein Lehrbuch für Kommunikationschaos. Lizenz-Probleme? Kolarov besitzt die UEFA-Pro, aber nur als Assistent. Palombo und Cecchi sind zwar zertifiziert, aber noch nie Solo-Chef in der Serie A. Ein Verein, der um den Titel kämpft, plant jetzt mit einem Notfall-Stab, als wäre die Saison ein Testspielturnier.

Die stunde der geisterspieler
Was bedeutet das für den Kader? Mkhitaryan fällt ohnehin aus, Barella läuft auf Sparflamme, Sucic wirkt noch eingeschüchtert. Wer soll in der Mitte die Balance halten, wenn auf der Bank kein erfahrener Kopf sitzt? Die Antwort lautet: Calhanoglu rutscht tiefer, Thuram übernimmt Parteienführung – ein Experiment, das zuletzt in der Europa League gegen Rapid Wien fast schiefging.
Und die Fans? Die Curva Nord hatte Kolarov nach seinem legendären Spruch über „Fußballversteher“ im Stadion bereits mit Spott begrüßt. Jetzt droht ihnen ein Coach, den sie selbst als Spieler auspfiffen. Die Ironie: Ausgerechnet Firenze, wo Inter zuletzt 2021 mit einem 4:3-Spektakel die Meisterschaft kippte, könnte zum Schauplatz der nächsten Panne werden.
Die Zeit läuft. Montag um 15 Uhr fällt das Urteil. Sollte Kolarov gesperrt werden, muss Inter innerhalb von 48 Stunden ein komplettes Trainerteam umbauen – inklusive Befindlichkeiten von 25 Profis, die sich gerade erst an Chivus Philosophie gewöhnt haben. Die Meisterschaft ist noch nicht verloren, aber die Kommandobrücke wackelt. Und in der Serie A reicht ein falscher Impuls, um aus dem Spitzenreiter wieder den Gejagten zu werden.
