Inter ohne lautaro: thuram versinkt im schatten – und mit ihm die ganze offensive
Ein Schuss auf den Torhüter, ein Seufzer durchs Stadion – und schon wieder ist Marcus Thuram der Inbegriff des Inter-Krisenstücks. Gegen Atalanta vergab der Franzose die Vorentscheidung, anschließend prallten alle Fragen auf ihn: Wo steckt der Stürmer, der bis Februar noch sieben Tore nach Winterpause erzielen sollte?
Die Antwort lautet: in einer 34-tägigen Torflaute, die den Nerazzurri die Luft wegnimmt. Seit dem 8. Februar nichts mehr aus dem Reich von Thuram. Die Zahlen sind gnadenlos: mit Lautaro noch 2,4 Treffer pro Partie, ohne ihn nur 1,25. Ein Sturz, der weh tut.
Der pio-effekt ist kein dauerbrenner
Alle klammerten sich an Pio Esposito, 19 Jahre, drei Tore, goldener Auftritt gegen Atalanta. Doch der Jugendliche kann keine ganze Angriffsreihe tragen. Trainer Chivu stellte um, schon wieder Thuram statt Bonny – und wieder nichts. Bonny blieb blass, Thuram irritierend leise.
Der psychologische Nebenschauplatz: Espositos Aufstieg scheint Thuram zusätzlich zu belasten. Statt Konkurrenz zu motivieren, wirkt sie wie ein Spiegel, der seine eigene Leere offenbart. Die Folge: zweite Saisonhälfte 2024/25 sieht aus wie die vorherige – Fehlstart nach Fehlstart, sieben Tore im Herbst, dann der freie Fall.

Lautaro rückt näher, doch die uhr tickt
Im Trainingszentrum von Appiano Gentile arbeitet Lautaro Martínez bereits an der Rückkehr. Noch lauert er im Reha-Zirkel, ehe er Mitte Woche ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Gegen Florenz soll er zumindest auf der Bank sitzen – mehr als Hoffnung ist das nicht, doch für Inter reicht schon sein Körperduft, um die Attacke wieder wachzuküssen.
Calhanoglu ebenfalls in der Warteschleife. Die Mittelfeld-Reihe ohne ihn unkreativ, wie ein Motor ohne Zündkerze. Gemeinsam mit dem Argentinier könnte der Türke das Bollwerk wieder aufrichten, das vor dem Tor so bröckelte.
Die Saison ist noch lang, aber die Meisterschaft nicht geduldig. Thuram muss sich finden, sonst findet Inter sich bald nur noch im Mittelfeld wieder – und die Titelträume verflüchtigen sich, ehe sie überhaupt Gestalt annahmen.
