Inter jagt dribbelstarken außenbahnspieler von cagliari
Klaus Schäfer aus Milan – Inter hat das nächste Transferziel im Visier: Marco Palestra. Der 21-jährige Flügelspieler von Cagliari bringt genau das mit, was Simone Inzaghis Squadra momentan fehlt – den Faktor D. D wie Dribbling.
Die zahlen sprechen eine klare sprache
Mit 53 Prozent gewonnenen Eins-gegen-Eins-Duellen liegt Palestra in der Serie A nur hinter Kenan Yildiz von Juventus. 65 von 123 Versuchen enden erfolgreich – das bedeutet fünf geschaffte Dribblings pro Spiel. Damit stellt er nicht nur die beste Quote aller Defensivspieler im italienischen Oberhaus, sondern übertrifft auch prominente Offensivkräfte wie Nico Paz, Alexis Saelemaekers oder Matteo Politano.
Die Inter-Verantwortlichen haben den Außenbahnläufer bereits live erlebt. Nach dem 2:0 gegen Cagliari am vergangenen Freitag zog Inter-Assistent Cristian Chivu den jungen Italiener beiseite und lobte ihn in höchsten Tönen. Ein kleines Kompliment? Oder bereits die erste Annäherung im Transferpoker?

Warum ausgerechnet palestra?
Die Statistik offenbart eine klare Schwäche der Nerazzurri: Mit nur 14,1 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten belegen sie in der Liga Rang 18 – schlechter sind nur Aufsteiger wie Pisa und Cremonese. Selbst die alte Dame aus Turin kommt auf 25. Den besten Einzelwert in Inzaghis Team liefert Marcus Thuram mit 61 erfolgreichen Aktionen, gefolgt von Nicolo Barella und Lautaro Martinez.
Palestra jedoch könnte diese Lücke füllen. In Cagliaris flexiblen 3-5-2 agiert er als reine Flügelkraft, die sich in der Offensive zu einem 4-3-3 auftürmt. Dabei eröffnet er mit Tempo und Trickreich-tum Räume, schlug in dieser Saison bereits vier Torvorlagen und erzielte ein spektakuläres Tor gegen Fiorentina.
Ein Vergleich mit Denzel Dumfries verdeutlicht den Unterschied: Der Niederländer steuert zwar sieben Treffer und drei Assists bei, liegt aber nur bei 31,7 Prozent erfolgreichen Dribblings. Palestra bringt die präzise Ballmitnahme, Dumfries die Torgefahr – ein Duo, das sich durchaus ergänzen könnte.

Der weg zurück zur atalanta und die konkurrenz
Der Youngster ist aktuell von Atalanta Bergamo an Cagliari ausgeliehen. Im Sommer kehrt er zurück – und könnte dann den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen. Neben Inter sollen auch andere Topklubs aus Spanien und England interessiert sein. Atalanta-Boss Gian Piero Gasperini weiß um das Talent seines Schützlinge, warf ihn bereits in der Europa-League-Saison 2024 gegen Real Madrid ein.
Doch Inter ist gewillt, frühzeitig die Weichen zu stellen. Mit einem Gebot zwischen 12 und 15 Millionen Euro könnten die Nerazzurri den Transferwettbewerb entscheiden. Für einen Spieler, der gerade erst den Sprung in die Serie A geschafft hat, eine stolze Summe – aber angesichts des Potenzials und der Marktlage durchaus realistisch.
Die Frage bleibt: Wird Palestra der nächste Puzzleteil in Inzaghis Meister-Ensemble? Oder nutzen andere Klubs die Gunst der Stunde? Die kommenden Wochen werden es zeigen. Fest steht: Wer dribbeln kann, ist im modernen Fußball gefragt wie nie – und Marco Palestra beherrscht diese Kunst zur Perfektion.
