Inter jagt diaby: 60-millionen-mann soll den europacup-bock umstoßen
Moussa Diaby flüchtet aus der Wüste – und die Inter-Fans rücken schon mal die Europa-League-Tickets zurecht. Nach 21 Vorlagen in zwei Jahren bei Al-Ittihad will der Franzose zurück in ein Stadion, in dem die Kurve nicht erst um 21 Uhr aufsteht. Für die Nerazzurri könnte das den Unterschied bedeuten zwischen Viertelfinal-Aus und Titel.
Warum chivu jetzt wieder auf den 170-cm-blitz blickt
Der Name stand schon im Winter auf dem Zettel, damals lehnte der saudische Klub ein Leihgeschäft mit 35-Millionen-Kaufoption ab. Diaby selbst hatte die Koffer gepackt, doch Al-Ittihad blockte. Nun tickt die Uhr erneut. Mit 27 Jahren im Juli ist er kein Rohdiamant mehr, sondern ein gestählter Außenbahn-Sprinter, der in Leverkusen einst 13 Tore und 12 Assists in einer Saison sammelte – Zahlen, die bei Inter seit dem Triplete niemand auf der rechten Seite erreichte.
Die Rechnung ist simpel: Lauter Geschwindigkeit plus 1,70 m Tiefe plus 130-Millionen-Transferbilanz gleich ein Spieler, der ein 3-5-2 in ein 3-4-3 verwandeln kann, sobald er die Linie zieht. Simone Inzaghi schwört auf Variabilität, doch gegen Atlético fehlte genau der Typ, der nach innen zieht und die Abwehrreihe zerreißt. Diaby ist keine neunte Götze, aber er öffnet Räume für Lautaro und Thuram, weil er selbst den letzten Verteidiger respektlos macht.
Der Vergleich mit Ademola Lookman schwirrt durch die Mailänder Pressestuben. Beide sind gedrungen, beide leben von der Hüfte abwärts. Doch während Lookman in Bergamo die Champions-League-Tore schießt, sitzt Diaby in Dschidda und schaut aufs Thermometer. 38 Grad im Schatten – kein Klima für einen Jungen aus Paris, der die Seine mehr vermisst als die Golfküste.

Salah-domino könnte tür aufstoßen
Liverpool plant den nächsten Umbruch. Sollte Mohamed Salah tatsächlich die King-Road in Richtung Saudi-Arabien einschlagen, rückt Diaby als logischer Ersatz ins Blickfeld – und Inter könnte zur gleichen Zeit zuschlagen. Die Ablöse würde sinken, die Gehaltsstruktur passt, der Spieler will. Kein Pokerspiel mehr, sondern ein Wunschkonzert mit offenem Ende.
60 Millionen Ablöse, 170 Zentimeter Körpergröße, null Gramm Fett: Die Bilanz klingt nach Marketing, doch hinter den Zahlen steckt ein Athlet, der sich in der Bundesliga bewies und in der Premier League gelebt hat. Für Inter ist er kein Luxus, sondern ein Sechser im Lotto, der den Europacup-Bock umstoßen soll. Wenn der Wüstenwind nach Mailand weht, wird die Curva Nord bereitstehen – und Diaby endlich wieder auf Rasen, der nicht aus Sand besteht.
