Infantino um die welt sprintend: ein marathon-mann?
Kansas City – Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, scheint derzeit eine eigene Umlaufbahn um den Globus zu ziehen. Während die Fußballwelt das historische Turnier in den USA genießt, sorgt Infantinos unermesslicher Reisestrom für Gesprächsstoff und eine Welle an humorvollen, aber auch fragenden Memes in den sozialen Medien.
Der “teleportations-vorwurf” und die fake-news
Ein besonders viraler Moment zeigte Infantino angeblich gleichzeitig in New York und Philadelphia – eine Unmöglichkeit, die die Kreativität der Internetnutzer beflügelte. Von doppelten Persönlichkeiten über geheime Teleportations-Technologien bis hin zu außerirdischer Hilfe wurde alles in Betracht gezogen. Die Realität jedoch ist weniger spektakulär: Der Screenshot aus New York war eine Fälschung, Infantino befand sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht an diesem Ort. Dennoch bleibt die Frage nach seinen zahlreichen Ortswechseln bestehen.
Die Zahlenspiele: Ein Erdumfang an Kilometern
Die FIFA betreibt eine lückenlose Aufzeichnung von Infantinos Reiseaktivitäten, und die Ergebnisse sind beeindruckend. Laut ESPN hat der FIFA-Boss bereits 38.814 Kilometer zurückgelegt – ein Wert, der dem Erdumfang am Äquator (40.075 Kilometer) erstaunlich nahe kommt. Dabei werden lediglich die Strecken zwischen den Stadien berücksichtigt, nicht aber die zusätzlichen Termine und Veranstaltungen, die Infantino wahrnimmt. Ein bemerkenswertes Beispiel: Am 14. Juni nahm er noch am Fifa Executive Football Summit teil, verbrachte die Nacht zuvor in Vancouver und reiste am Folgetag nach Seattle.

Ein besuch bei jeder partie – ein strategischer schachzug?
Infantino hat sich zum Ziel gesetzt, so viele Spiele wie möglich zu sehen, um die Nähe zu den 48 teilnehmenden Nationalmannschaften zu demonstrieren. Diese Strategie wird von vielen als cleverer PR-Zug bewertet, der die FIFA als präsent und unterstützend darstellt. Die logistischen Herausforderungen, die damit einhergehen, sind allerdings immens. Gerade die Parallelspiele in den letzten Gruppenspielen stellten ihn vor eine fast unmögliche Aufgabe.
Die Organisatoren haben sich bemüht, ihm einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, doch die Memes und Witzeleien über seine scheinbar übermenschliche Fähigkeit, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein, lassen nicht nach. <Der “Wo ist Infantino?”-Tormentone
ESPN, der führende US-amerikanische Sportsender, verfolgt die Reiseaktivitäten des FIFA-Chefs aufmerksam und veröffentlicht regelmäßig Updates über seine Kilometerleistung. Diese Berichterstattung trägt noch zusätzlich zum “Wo ist Infantino?”-Tormenton bei und speist die Fantasien der Social-Media-Nutzer.
Der Weltmeistertitel für das bestbesuchte Stadionturnier aller Zeiten wurde während eines Spiels in East Rutherford verkündet. Ob Infantino zu diesem Zeitpunkt tatsächlich anwesend war, bleibt ein weiteres Rätsel für die Verschwörungstheoretiker.
Denn eines ist klar: Gianni Infantino ist nicht nur ein Fußballfunktionär, sondern auch ein Mann, der die Welt bereist – und das in einem unglaublichen Tempo. Seine unermüdliche Reise durch die Vereinigten Staaten zeigt, wie sehr er seine Mission verinnerlicht hat: die FIFA als den globalen Herzschlag des Fußballs zu positionieren. Ob er dabei die Grenzen des Machbaren bereits auslotet, sei dahingestellt.
