Infantino ohne eskorte: fifa weist kanadische polizei zurück
Ein Aufschrei in Vancouver: Fifa-Präsident Gianni Infantino muss sich während des Kongresses des Fußballweltverbandes auf eine ungewöhnliche Reise durch die Stadt einstellen – ohne die übliche, hochrangige Polizeieskorte. Ein entsprechender Antrag der Fifa wurde von den Behörden abgelehnt, was für erhebliche Diskussionen sorgt.

Warum der fifa-boss keinen blauen blitz braucht
Die Entscheidung der Polizei von Vancouver ist klar: Formelle Fahrzeugkonvois mit Verkehrssperrungen sind ausschließlich Staatsoberhäuptern vorbehalten. „Die Fifa-Offiziellen erfüllen schlichtweg nicht die Kriterien für international geschützte Personen“, erklärte Polizeivizepräsident Don Chapman. Das bedeutet, Infantino muss auf Straßensperrungen und die Erlaubnis zum Überfahren roter Ampeln verzichten – ein Umstand, der in der Welt des Fußballs, wo Luxus und Sicherheit oft Hand in Hand gehen, für Überraschung sorgt.
Doch die Geschichte hat eine überraschende Wendung. Die Fifa selbst dementiert vehement, jemals eine spezielle Eskorte für ihren Präsidenten gefordert zu haben. „Der Fifa-Präsident war sich keiner Anfrage an die Behörden bezüglich seines Transports und Sicherheitsfragen für den 76. Fifa-Kongress bewusst oder daran beteiligt“, teilte der Verband mit. Stattdessen verweist man auf das kanadische WM-Organisationskomitee, das sich offenbar um die logistischen Details kümmert – ein Vorgehen, das angeblich auch bei früheren Veranstaltungen üblich sei.
Die Absage von Eskorten ist nicht auf Vancouver beschränkt. Auch Toronto, ein weiterer kanadischer Austragungsort der WM, plant keine VIP-Eskorten. Stephanie Sayer, Sprecherin der Polizei von Toronto, betonte, dass jede Anfrage individuell geprüft werde. Nur wenn ein eindeutiger Bedarf an öffentlicher Sicherheit besteht, werden Mannschaften oder bestimmte Offizielle begleitet. Die FIFA-WM, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, steht also unter einem anderen Stern als erwartet.
Während die Diskussionen über die Sicherheitsvorkehrungen für Fifa-Funktionäre weitergehen, bleibt die Frage, ob dieser Vorfall ein Zeichen für eine veränderte Haltung gegenüber dem Luxus und der Exklusivität im Fußball ist. Ob die Entscheidung von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der 76. Fifa-Kongress wird in Vancouver sicherlich nicht im Stillen verlaufen.
