Indy 500: milchpräferenz entscheidet vor dem start!

Indianapolis – Ein ungewöhnlicher Brauch im Herzen des amerikanischen Motorsports: Bevor der Startschuss zur 500 Meilen von Indianapolis überhaupt fällt, haben sich die Fahrer bereits entschieden, welche Milchsorte sie nach einem möglichen Sieg im Victory Lane genießen möchten. Ein Ritual, das weit über den Rennsport hinausgeht und tief in der amerikanischen Sporttradition verwurzelt ist – und dieses Jahr wieder für Gesprächsstoff sorgt.

Die wahl der milch verrät mehr, als man denkt

Die wahl der milch verrät mehr, als man denkt

33 Piloten kämpfen am Sonntag um den Sieg, und jeder hat seine Präferenz bekannt gegeben. Champion Álex Palou, der das Rennen bereits im Vorjahr für sich entscheiden konnte, setzt erneut auf die klassische Vollmilch. Ein Trend, dem sich die Mehrheit der Fahrer anschließt: 25 von 33 haben sich für die natürlichste Variante entschieden. Doch es gibt auch Ausnahmen. Fünf Fahrer, darunter Routinier Helio Castroneves und Graham Rahal, bevorzugen die halbfette Variante, während Romain Grosjean als einziger auf die fettarme Milch setzt – eine Entscheidung, die im Fahrerlager für einige Belustigung sorgte.

Diese Vorlieben sind mehr als nur eine Laune. Sie sind Ausdruck einer tief verwurzelten Tradition, die bis ins Jahr 1956 zurückreicht, als die Milch als Siegergetränk offiziell eingeführt wurde. Allerdings reicht die Geschichte noch weiter zurück: Bereits 1933 wählte Louis Meyer nach seinem Sieg eine Abkühlung mit Buttermilch. Ein Versuch, die Tradition zu brechen, gab es 1993, als Emerson Fittipaldi stattdessen Orangensaft trank – eine Geste, die von der Motorsportwelt scharf kritisiert wurde. Seitdem gilt die Milch als unantastbare Tradition.

Die Liste der Milchpräferenzen im Überblick: Vollmilch: Abel, Armstrong, Carpenter, Collet, Daly, Dixon, Ericsson, Ferrucci, Foster, Hauger, Harvey, Kirkwood, Legge, Malukas, McLaughlin, Newgarden, Palou, Power, Rasmussen, Robb, Rosenqvist, Rossi, Schumacher, Simpson, VeeKay. Halbfett: Castroneves, Hunter-Reay, Lundgaard, O'Ward, Rahal, Sato, Siegel. Fettarm: Romain Grosjean.

Dabei bleiben auch ausgefallene Wünsche aus, wie wir sie von Juan Pablo Montoya (Schokoladenmilch) oder Scott Dixon (früher sogar Erdbeergeschmack) kennen. Die Tradition wird respektiert, und das zu Recht.

Die 500 Meilen von Indianapolis sind mehr als nur ein Rennen – sie sind ein Fest der Geschichte und Tradition, in dem auch die Wahl der richtigen Milch eine wichtige Rolle spielt. Es bleibt abzuwarten, welcher Fahrer am Sonntag als Sieger jubeln darf und welche Milchsorte er dann in die Höhe stemmen wird. Eine Sache ist jedoch sicher: Der Sieger wird nicht nur für seine Fahrkünste, sondern auch für seine Milchpräferenz in die Geschichte eingehen.