Ifab beschließt neue regeln gegen zeitschinderei ab der wm 2026

Der fußball schlägt zurück gegen die tricksereien

Es gibt Momente im Fußball, in denen man das Gefühl hat, dass das Spiel selbst gegen seine eigenen Zuschauer kämpft. Und dann gibt es Momente wie diesen: Das International Football Association Board (IFAB) trifft sich zu seiner 140. Generalversammlung in Hensol, Wales, und die Botschaft ist klar – die Ära der unverschämten Zeitschinderei soll ein Ende haben. Neue Regeln, die ab dem 1. Juni 2025 in Kraft treten, werden bereits bei der Nordamerika-Weltmeisterschaft gelten.

8 Sekunden für den torwart – und das gilt jetzt auch beim abstoß

8 Sekunden für den torwart – und das gilt jetzt auch beim abstoß

Was bei den Torhütern im Umgang mit dem Ball in der Hand bereits gut funktioniert hat, wird nun konsequent weitergedacht. Früher hielten Torhüter den Ball bis zu 30 Sekunden in den Händen – obwohl die Regel eigentlich nur 6 Sekunden erlaubte. Nach der Einführung der 8-Sekunden-Regel hörten die meisten damit auf. Doch die Schlaumeier verlagerten ihre Tricks auf den Abstoß: Pässe zum Pfosten, Stollenscharren, endloses Balljustieren. Damit soll jetzt Schluss sein.

Das IFAB will eine klare 8-Sekunden-Grenze auch für Abstöße einführen – aufgeteilt in 3 Sekunden Vorbereitung plus einen 5-Sekunden-Countdown des Schiedsrichters. Wer diese Grenze überschreitet, bekommt eine Konsequenz zu spüren: Eckstoß für den Gegner. Dasselbe Prinzip gilt künftig auch bei Einwürfen – wer zu lange wartet, verliert den Ball an den Gegner. Das dürfte für einige hitzige Szenen sorgen.

Verletzungen als taktisches mittel – damit soll schluss sein

Verletzungen als taktisches mittel – damit soll schluss sein

Wer hat es nicht schon erlebt? Ein Spieler der führenden Mannschaft bricht dramatisch zusammen, die Sanitäter eilen aufs Feld, und plötzlich sind mehrere Minuten vergangen. Schmerzensmimik als Taktik – ein Phänomen, das den Fußball seit Jahren belastet. Nach einer erfolgreichen Testphase im Arabischen Pokal wird nun eine neue Regel eingeführt:

  • Benötigt ein Spieler mehr als 8 Sekunden medizinische Behandlung auf dem Feld, muss er für mindestens 60 Sekunden das Spielfeld verlassen.
  • Seine Mannschaft spielt in dieser Zeit in Unterzahl.
  • Ausnahme: Wenn die Verletzung durch ein Foul verursacht wurde, das mit Gelb oder Rot bestraft wurde – dann entfällt die Pflicht zum Verlassen des Feldes.

Ein kleiner, aber wichtiger Haken bleibt: Torhüter sind von dieser Regelung ausgenommen, da kein Verein ohne seinen letzten Mann im Tor spielen kann. Ob das zu einer Welle von plötzlichen Torhüter-Verletzungen führt, wird die Praxis zeigen müssen.

Auswechslungen: 10 sekunden – und dann geht

Auswechslungen: 10 sekunden – und dann geht's ohne dich weiter

Umarmungen, Küsse, Winken in die Kamera, ein letzter Blick auf das Spielfeld – die Abschiedsrituale beim Auswechseln sind legendär. Und legendär nervig. Das IFAB setzt auch hier die Stoppuhr an: 10 Sekunden, nachdem die Nummer des auszuwechselnden Spielers auf der Anzeigetafel des vierten Offiziellen erscheint, muss der Wechsel vollzogen sein.

Wer diese Frist überschreitet, lässt seine Mannschaft im schlimmsten Fall vorübergehend in Unterzahl spielen – bis zum nächsten Spielunterbruch. Weniger Romantik? Vielleicht. Aber deutlich mehr Fairness gegenüber dem Gegner und den Zuschauern. Der Fußball ist kein Theater – zumindest sollte er es nicht sein.

Var: neue befugnisse bei eckstößen und doppelter gelber karte

Var: neue befugnisse bei eckstößen und doppelter gelber karte

Neben der Zeitschinderei gibt es weitere wichtige Änderungen im VAR-Protokoll. Pierluigi Collina, Chef der FIFA-Schiedsrichter, kämpft seit Langem für eine logische Anpassung: Wenn ein Eckball falsch zugesprochen wurde und daraus ein Tor entsteht, soll der VAR eingreifen dürfen. Seine Begründung ist bestechend einfach:

„Im Durchschnitt braucht eine Mannschaft 10 bis 15 Sekunden, um sich für einen Eckball zu positionieren. In dieser Zeit kann man klären, ob der Eckball überhaupt korrekt vergeben wurde.