Hyundai nexo: wasserstoff-suv macht tortona zum tankstopp
Die Elektromobilität hat viele Gesichter, und Hyundai setzt auf eines, das oft übersehen wird: Wasserstoff. Der Nexo, ein SUV mit Brennstoffzelle, rollt nun auch in Norditalien auf, unterstützt durch ein wachsendes Netz an Tankstellen. Ein erster Ausflug zeigt, was diese Technologie wirklich leisten kann – und wo es noch hakt.
Ein hauch von zukunft an der a7
Matteo Solinghi von Gazzetta Motori war vor Ort, als die neue Tankstelle in Tortona, strategisch günstig zwischen A21 und A7 gelegen, ihre Türen öffnete. Es ist ein wichtiger Schritt, denn neben den bereits existierenden Stationen in Bolzano, Venedig Mestre und Carugate, bietet Tortona nun eine weitere Möglichkeit, den Nexo und andere Wasserstofffahrzeuge aufzutanken. Die Idee ist simpel, aber revolutionär: Wasserstoff als sauberer und global verfügbarer Energieträger für den Verkehr.
Hyundai sieht Wasserstoff nicht als Konkurrenz zu batteriebetriebenen Autos, sondern als eine sinnvolle Ergänzung. Neben Autos sollen auch Lkw und andere schwere Fahrzeuge von dieser Technologie profitieren. Der Nexo stößt lediglich Wasserdampf aus – ein deutlicher Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren. Allerdings ist die Infrastruktur noch ausbaufähig.
Die neuen Tankstellen sind modular aufgebaut und können bei steigender Nachfrage erweitert werden. Aktuell ist eine Tagesleistung von 1.000 kg Wasserstoff geplant, was theoretisch rund 150 Nexos versorgen könnte – ein Wert, der zwar noch utopisch ist, aber das Potenzial verdeutlicht. Zukünftig sollen Photovoltaikanlagen die Stromversorgung der Tankstellen unterstützen und den Kreislauf komplettieren.

Ein blick zurück: der weg des wasserstoff-pioniers
Hyundai ist kein Neuling im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie. Bereits 2013 kam der ix35 FCEV auf den Markt, der als erstes Serienfahrzeug weltweit mit Wasserstoff betrieben wurde. Seitdem folgten weitere Entwicklungsstufen, darunter der Nexo und der Einsatz von Wasserstoff-Lkw in Europa. Im Jahr 2026 wird Hyundai über 20 Millionen Kilometer mit Wasserstoff-Fahrzeugen in Europa zurückgelegt haben – ein Beweis für das Engagement des Herstellers.
Fahrbericht: leise kraft und rasantes tanken
Der Nexo fährt sich wie ein Elektroauto: leise, komfortabel und mit sofortiger Beschleunigung. Der 204 PS starke Elektromotor sorgt für eine ordentliche Leistung, und die regenerativen Bremsen unterstützen die Effizienz. Das Besondere ist jedoch die Tankzeit: In nur fünf Minuten ist der 6,69 kg fassende Wasserstofftank voll – ein enormer Vorteil gegenüber dem langen Aufladen von Batterien. Allerdings ist das Tankstellennetz noch lückenhaft, vor allem außerhalb Norditaliens.
Der Innenraum des Nexo ist modern und hochwertig gestaltet, mit großen Displays und intuitiver Bedienung. Das ADAS-Paket bietet umfassende Assistenzsysteme, die jedoch manchmal etwas aufdringlich wirken. Der Preis für den Nexo beginnt bei 72.600 Euro für das Business-Modell und bei 80.500 Euro für die luxuriösere XClass-Ausstattung.
Fazit: Der Hyundai Nexo ist ein beeindruckendes Beispiel für die Möglichkeiten der Wasserstofftechnologie. Die rasante Tankzeit und die emissionsfreie Fahrt machen ihn zu einer interessanten Alternative zu batteriebetriebenen Autos. Allerdings ist der Erfolg des Nexo stark von der weiteren Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur abhängig. Solange die Tankstellen spärlich gesät sind, bleibt der Nexo ein Nischenprodukt für Pioniere und Technikbegeisterte. Die Zukunft des Wasserstoffs hängt davon ab, ob die Politik und die Industrie die notwendigen Investitionen tätigen, um das Potenzial dieser Technologie voll auszuschöpfen. Die Tankstelle in Tortona ist ein vielversprechender Anfang, aber es bleibt noch ein weiter Weg.
