Hussein: vom kriegskind zum irakischen wm-helden!

Chicago bebte den Triumph mit, während Aymen Hussein mit einem wundersamen Tor für den Irak bei der Weltmeisterschaft einen Hoffnungsschimmer entfachte. Der 30-Jährige, dessen Leben von Tragödien geprägt ist, schrieb Geschichte – und das auf der größten Fußballbühne der Welt.

Ein leben im schatten des krieges

Hussein trägt eine Bürde, die kaum jemand ertragen könnte. Sein Vater wurde 2008 von Al-Qaida ermordet, als der junge Aymen gerade erst zwölf Jahre alt war. 2014 verschwand sein Bruder spurlos, entführt vom Islamischen Staat. Ein Schicksal, das ihn fast vom Fußball verabschiedete. Er wollte seine Familie ernähren, doch die flehentlichen Worte seiner Mutter brachten ihn zurück ins Spiel.

Was für ein Moment für den Irak! Die Reise zur WM war steinig, und die Einreise in die USA, bei der er sieben Stunden von US-Einwanderungsbeamten festgehalten wurde, offenbarte ein weiteres Hindernis. Doch Hussein wirkt aus Stahl geformt. “Wir sind Bombenangriffe und Kugeln gewöhnt”, erklärte er entschlossen. “Wir haben gelernt, dass ohne Warten und Geduld nichts Gutes geschieht.”

Der moment der erlösung

Der moment der erlösung

In der 39. Minute gegen Norwegen kam dann der Augenblick, auf den ein ganzes Land gewartet hatte. Nach einer präzisen Flanke stieg Hussein in die Luft auf, drei Gegenspieler waren machtlos. Sein Kopfball – das erste WM-Tor für den Irak seit 40 Jahren, das erst zweite überhaupt! Der Jubel der “Löwen Mesopotamiens” kannte keine Grenzen.

Obwohl das Spiel letztlich verloren ging und Hussein noch ein unglückliches Eigentor unterlief – es spielt keine Rolle. Denn ohne seinen unbändigen Willen und sein entscheidendes Tor in der Qualifikation gegen Bolivien gäbe es keine irakische Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft. Graham Arnold, der australische Trainer, war sichtlich gerührt: “Eine besondere Nacht für den Irak, ein großer Moment!”

Die Tragödie, die Hussein prägte, hat ihn nicht gebrochen, sondern zu einem Symbol der Hoffnung und des Durchhaltevermögens gemacht. Sein Tor ist mehr als nur ein Fußballmoment – es ist ein Zeichen des irakischen Widerstandswillens.