Huskies kämpfen um halbfinale – und um den ruf ihres trainers
Die Kassel Huskies stehen kurz vor dem Einzug ins Halbfinale, doch statt über Tore und Saves reden alle über Daumen und Hals. Trainer Todd Woodcroft muss sich gegen den Vorwurf wehren, einem Gastronomen mit der Geste eines abgeschlagenen Halses gedroht zu haben. Der Verein spricht von einem „klaren Missverständnis“ – und liefert dafür ein Timing, das selbst erfahrene PR-Profis staunen lässt.
Die anzeige kam nach der niederlage
Mario Pinter, Betreiber der Arena-Gastronomie in Weißwasser, erstattete Strafanzeige – allerdings nicht direkt nach dem Vorfall, sondern nach dem 3:6 seiner Füchse am Abend. Die Huskies werten das als Indiz für eine nachträgliche Racheaktion. Interne Videos würden zeigen, dass Woodcroft lediglich Pinter aufforderte, das Filmen des Mannschaftstrainings zu unterlassen. Die berüchtigte Geste sei eine „Überinterpretation“ in einer hitzigen Situation.
Dirk Rohrbach, Geschäftsführer der Lausitzer Füchse, wirft den Huskies zusätzlich vor, sich vor dem Spiel in „vertraulichen Gesprächen“ mit den Schiedsrichtern abgesprochen zu haben. Kassel kontert: Das Treffen sei offiziell und nach DEL-Regularien vorgesehen gewesen. Ohne Gegenwehr der Gastgeber sei kein Verstoß möglich.

Die serie steht auf des messers schneide
Sollte Kassel am Freitag erneut gewinnen, ist die Best-of-Seven-Serie mit 4:1 entschieden. Die Huskies würden nicht nur das Halbfinale erreichen, sondern auch einem erneuten Gastspiel in der Lausitz entgehen – und damit der Eskalation eines Streits, der mittlerweile die Grenzen zwischen Sport und Strafrecht überschreitet. Woodcroft reist trotzdem mit, denn die Anzeige ist noch nicht eingeklagt, und der Klub sichert ihm „volle Rückendeckung“.
Die Causa zeigt: In der 2. Bundesliga kann ein einzelnes Bild, eine Geste, eine Anzeige die Saison verändern. Die Huskies haben zwei Tage, um auf dem Eis zu beweisen, dass ihre Stärke nicht aus Drohungen, sondern aus Toren kommt. Sonst droht ihnen eine Sommerpause mit Gerichtstermin statt Pokal.
