Hülkenberg lässt wheatley-rauswurf kalt: „kein rückschlag, nur ein wechsel“

Nico Hülkenberg steht im Audi-Simulator, schwitzt, und zwischen zwei Runs klingelt das Handy. Die Mutter schickt einen Link – Jonathan Wheatley ist weg. Statt Panik folgt ein Schulterzucken. „Ein Rauswurf? Nein, ein Wechsel“, sagt der Deutsche und lacht das Thema in die Lächerlichkeit.

Die Szene passt zur Stimmung in der Box. Nach nur zwei Grand Prix verlässt der erfahrene Britische Rennchef das Sauber-Nachfolge-Team, das 2026 offiziell als Audi antritt. Offiziell: „persönliche Gründe“. Inoffiziell: Aston Martin lockt, bestätigt ist nichts. Doch Hülkenberg spielt den Krisenmanager nicht mit.

Mattia binotto übernimmt – und das reicht

Der Italiener, ehemals Ferrari-Teamchef und seit Monaten Audi-Projektleiter, führt jetzt auch an der Strecke. „Wir sind nicht führungslos, wir sind nicht planlos“, betont Hülkenberg. Die Doppelspitze Binotto/Wheatley galt intern schon lange als Zündstoff; zwei Alphamänner, ein Ziel. Jetzt herrscht Einzelherschaft – und das erleichtert Entscheidungen.

Am Renntag ändert sich wenig. Strategie-Meetings laufen, Daten fließen, der Abtastzyklus für Suzuka steht. „Der Laufbandwechsel passiert in der Fabrik, nicht im Boxengang“, sagt Hülkenberg. Seine Devise: Kopf aus, Gas rein.

Wm-punkte trotz start-stopps

Wm-punkte trotz start-stopps

Audi’s Debüt-Saison liest sich wie ein Drehbuch mit Löchern: Bortoleto holt in Melbourne Punkte, doch beide Autos scheitern technisch vor dem Start in Bahrain und Saudi-Arabien. Hülkenberg selbst fuhr bisher nur ein Rennen. „Wettbewerbsfähig im Mittelfeld“, bilanziert er. Das klingt bescheiden, ist für einen Neuling aber ein Kraftakt.

Der Hersteller wirft keine Milliarden um sich, sondern Ingenieursstunden. Neue Windkanal-Bewegung, Getriebe-Update für Suzuka, ein Software-Patch gegen Kaltstart-Misfires. Kleine Schritte, große Datenmengen.

Sonntag 7.00 Uhr Ortszeit: Startlicht in Suzuka. Hülkenberg will die Tabellenzahlen vergessen, stattdessen Rad-an-Rad-Duelle. „Wir sind bereit, die Lücken zu nutzen, wenn die Großen sich gegenseitig Plätge wegnehmen“, sagt er. Kein Wort über Wheatley, kein Blick zurück. Die Message ist klar: Audi fährt vorwärts – mit oder ohne britischen Teamchef.