Huesca zeigt herz, aber die abwehr lässt das team erneut sinken

6 Punkte bis zur Rettung, 15 Gegentore in fünf Spielen – die Rechnung des SD Huesca geht einfach nicht auf. Selbst die beste erste Halbzeit seit Amtsantritt von José Luis Oltra reichte nicht, um den freien Fall zu stoppen.

Die kurve kriegt man einfach nicht hoch

Las Palmas, Kanaren, 22 Grad, ein Gegner, der seit acht Partien ungeschlagen ist. Genau dort liefert Huesca endlich die Leistung, auf die alle gewartet hatten: engagiert, mutig, mit Tempo nach vorne. Daniel Luna spielte sich in einen Rausch, Enol und Portillo schalteten sich ein, die Führung lag zur Pause in der Luft. Dann kam der alte Fehler: ein Standard, ein zweiter Ball, schon steht es 1:2. Die Mannschaft kämpfte, hatte drei Großchancen zum Ausgleich, doch der Ball wollte nicht rein. Die Insel verließ man mit Applaus der Gegner, aber ohne Zähler.

Die Statistik ist gnadenlos: nur 2 von 24 möglichen Punkten seit Februar. Die Defensive ist längst zur Achterbahn mutiert – 15 Gegentreffer in fünf Spielen, das ist kein Zufall, das ist ein Muster. Oltra wechselte die Systeme, schob die Reihen hin und her, doch die Lücken bleiben. Wer so oft den Ball aus dem Netz klauben muss, kann nicht erwarten, dass vorne ein Tor den Klassenerhalt besiegelt.

Letzte kugel im fass: deportivo kommt ins estadio

Letzte kugel im fass: deportivo kommt ins estadio

Am Sonntag gastiert der ehemalige Primera-Divisionist aus La Coruña. Die Galicier sind Tabellen-Mittelmaß, aber das beruhigt niemanden in Aragonien. Für Huesca ist es das Endspiel Nummer zwölf in Serie. Ein Sieg würde den Rückstand auf den rettenden Platz verkappen, mehr nicht. Die Uhr tickt, die Fans sind trotz allem noch bereit, ihre Stimmen zu verheizen. Ob sie dafür endlich eine Elf sehen, die hinten dichtmacht und vorne trifft? Die Antwort fällt am Wochenende – danach bleibt vielleicht nur noch die Mathematik.

Der Club veröffentlichte nach dem Spiel ein Foto, das die Spieler vor dem Auswärtsblock zeigt. Die Bildunterschrift: „So nah, so weit.“ Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Mannschaft ist in der Lage, mit Spitzenreitern mitzuhalten, aber nicht, die einfachen Gegentore zu verhindern. Solange diese Diskrepanz besteht, bleibt jeder Funken Hoffnung nur ein Fass ohne Boden. Die Liga verzeiht keine Halbzeit-Moral, sie verlangt 90 Minuten Konsequenz – oder eben nichts.