Hsv in der krise: achter platzverweis – nerven blank!

Hamburg – Der Hamburger SV hat im Nordderby gegen Werder Bremen erneut die Nerven verloren und kassierte den achten Platzverweis der Saison. Eine erschreckende Bilanz, die den HSV nicht nur sportlich belastet, sondern auch intern für Unmut sorgt. Mehr Rote Karten als Siege – das ist die bittere Realität für die abstiegsbedrohten Hanseaten.

Die rotte frisst sich durch die saison

Nach der 1:3-Niederlage im Weserstadion äußerte sich Mittelfeldspieler Nicolai Remberg frustriert: „Ich verstehe es nicht, wie man so viele Rote Karten bekommen kann. Das ist einfach nicht clever, das ist doof.“ Der Platzverweis gegen Philip Otele, der erst kurz zuvor eingewechselt worden war, war der jüngste Tiefpunkt in einer Saison voller Fehlentscheidungen. Die Hamburger laufen im Grunde genommen die meiste Zeit in Unterzahl auf – eine Energie- und Nervensache, wie Remberg anmerkte: „Immer in Unterzahl hinterherzulaufen, kostet Energie, das ist einfach scheiße.“

Trainer Merlin Polzin versuchte, die Situation zu relativieren: „Wir sind keine unfaire Mannschaft, aber es hilft uns als Aufsteiger nicht, wenn wir regelmäßig in Unterzahl sind.“ Fünf Gelb-Rote und drei direkte Rote Karten in 30 Spielen – die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der HSV führt die „Sünder-Kartei“ der Liga mit großem Abstand an, während er nur sieben Saisonsiege auf dem Konto hat. Die hitzige Atmosphäre im Weserstadion eskalierte weiter, als auch Physiotherapeut Tim Roussis und Co-Trainer Loic Fave die Ampelkarte erhielten.

Restprogramm und die frage nach dem zusammenhalt

Restprogramm und die frage nach dem zusammenhalt

Obwohl der HSV noch fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang hat, ist die alarmierend niedrige Siegquote in den letzten neun Spielen – lediglich ein Erfolg – ein Warnsignal. Das bevorstehende Restprogramm gegen Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen stellt die Mannschaft vor gewaltige Herausforderungen. Nun kommt es darauf an, ob der HSV trotz der turbulenten Umstände zusammenhält. Remberg fasste die Situation treffend zusammen: „Jetzt zusammenzuhalten, ist eine große Kunst.“

Die Bilanz ist eindeutig: Acht Platzverweise in 30 Spielen zeigen, dass der HSV dringend an seiner Disziplin arbeiten muss, wenn die Mannschaft den Abstiegskampf erfolgreich bestreiten will. Stattdessen dreht sich die Diskussion um rote Karten – ein Teufelskreis, der den HSV immer tiefer in die Krise stürzt.