Hsg wetzlar versinkt in mannheim: 27:41-demontage im abstiegsfall
Sie kamen als Gejagte und gingen als Gequetschte. Die HSG Wetzlar kassierte beim 27:41 gegen die Rhein-Neckar Löwen die nächste herbe Abfuhr und rutscht damit endgültig in die rote Zone. Die Hessen verloren nicht nur zwei Punkte, sondern jede Menge Selbstvertrauen.
Die zahlen schreien: 14 tore differenz, 40 minuten lang kein gegenmittel
Philipp Ahouansou stemmte sich mit sieben Treffern gegen das Debakel, blieb aber ein einsamer Räuber im Löwenkäfig. Denn während er traf, lief hinten ein Gegenstoßkarussell ohne Bremse. Die Gäste kassierten 41 Gegentore – das schlechteste Saisonergebnis der HSG seit 2019. Schon zur Pause lag Wetzlar mit 11:19 hinten, und die zweite Hälfte wurde zur Zitterpartie ohne Happy End.
Trainer und Kapitän suchten nach Worten, doch die Kameras fangen nur leere Blicke ein. Die Mannschaft, die vor Jahren noch Europapokal spielte, wirkt wie ein Kollektiv ohne Antrieb, das die Lücke zum sicheren Mittelfeld auf vier Punkte vergrößerte. Mit nur vier Spieltagen bis zum Saisonende steht jetzt die Rechnung: Sieben Punkte Vorsprung auf den direkten Abstieg – theoretisch machbar, realistisch brandgefährlich.

Der zeitplan wird zum gegner
Nächste Woche gastiert Wetzlar beim Aufsteiger Bietigheim, danach folgen die Kellerkinder aus Lemgo und Hannover. Drei Endspiele, in denen jeder Ball zählt. Sportdirektor Kai Wandschneider sprach von „einem offenen Krieg bis zum letzten Abpfiff“, doch Worte reichen nicht, wenn die Abwehr Lücken reißt wie ein reißiges Netz.
Die Fans auf der Nordtribüne skandierten bis zuletzt „Wir bleiben drin!“, doch die Stimmen wurden leiser mit jedem verlorenen Ball. Die HSG muss nun nicht nur punkten, sondern auch die Tordifferenz kitten – und die ist nach diesem Abend bei minus 77 angekommen, das schlechteste aller Abstiegskandidaten. Wer so viele Tore kassiert, muss vorne doppelt treffen – eine Bürde, die schwerer wird von Spieltag zu Spieltag.
Am Ende bleibt die nackte Erkenntnis: Wer in der Bundesliga 41 Gegentore kassiert, der bekommt die Lizenz zur 2. Liga quasi auf dem Silbertablett serviert. Die Uhr tickt laut – und sie tickt gegen Wetzlar.
