Hsg hanau verzichtet auf aufstiegs-runde – der dhb-pokal wird zur königsklasse

Die HSG Hanau schlägt einen Haken. Trotz Tabellenplatz drei und realistischem Aufstiegsfensterverzichtet der Verein auf die Lizenz für die Relegation in die 2. Handball-Bundesliga. Die Entscheidung fällt knapp, ist aber längst überfällig.

Die Zahlen lügen nicht: Sechs Punkte trennen die Mannschaft von TV Gelnhausen, dem aktuellen Zweiten. Beim 29:25 gegen Spitzenreiter HG Saarlouis zeigte Hanau, dass es sportlich mithalten kann. Doch der nächste Schritt verlangt mehr als Spiele gewinnen.

Der lizenzantrag wird aufgeschoben – bis 2026

Hinter den Kulissen laufen seit Wochen Protokolle, Excel-Tabellen und Haushaltspläne. Ergebnis: Die Anforderungen an Infrastruktur, Personal und Kapital sind in den letzten drei Jahren explodiert. „Wer heute aufsteigt, braucht nicht nur eine starke Mannschaft, sondern einen geschlossenen Betrieb“, sagt Geschäftsführer Hannes Geist. „Wir wollen nicht nur hoch, wir wollen obenbleiben.“

Die Lehren aus 2021, 2022 und 2023 sitzen tief. Dreimal nahm Hanau an der Aufstiegsrunde teil, einmal als Staffelmeister – und scheiterte jeweils an fehlenden Ressourcen. Die Folge: Personalengpässe, Sanierungspausen, Imageverlust. „Dieses Mal planen wir, statt zu hoffen“, so Geist.

Der DHB-Pokal rückt in den Fokus. Platz drei berechtigt zur Teilnahme – ein Turnier, das Geld, TV-Präsenz und Prestige verspricht, ohne die Kostenstruktur einer ganzen Saison umzukrempeln. Es ist das Sprungbrett, das Hanau jetzt nutzen will.

Der blick nach vorn: pokal statt pleite

Der blick nach vorn: pokal statt pleite

Am 2. April kommt es zum Showdown gegen Gelnhausen. Kein Endspiel um den Aufstieg, aber ein Test, wie weit der Kader wirklich ist. „Wir wollen beweisen, dass wir mit den Besten mithalten – ohne uns zu verheben“, sagt Geist. Die Siegprämie fließt direkt in den Lizenztopf für 2026.

Die Fans reagieren gemischt. Die einen sehen eine verpasste Chance, die anderen einen klaren Kopf. Die Wahrheit liegt auf dem Feld: Hanau spielt sich frei, statt sich zu verzocken. Der Pokal wartet – und mit ihm die Chance, erneut Fahrt aufzunehmen, wenn die Zeit reif ist.

Bis dahin gilt: Erst die Pflicht, dann die Kür. Hanau bleibt oben dran – nur eben mit beiden Beinen auf dem Boden.