Holstein kiel versinkt im sumpf: drei gegentore trotz ballbesitz-königtum
Kiel – 62 % Ballbesitz, 0 % Punkte. Holstein Kiel dominierte den 1. FC Nürnberg, kassierte aber drei Treffer aus drei Halbchancen und rutschte damit auf Relegationsplatz 17 ab. Die Störche haben unter Tim Walter nun einen Zähler aus drei Partien, die Abstiegszone atmet ihnen im Nacken.
Justvan trifft doppelt, kiel dreht – und kassiert den k.-o.
Julian Justvan ließ die Holstein-Defensive mit zwei Schüssen erzittern (14., 22.). Beide Male stand Kapitän Hauke Wahl einen Schritt zu spät, beide Male knallte der Nürnberger das Leder unters Lattenkreuz. Adrian Kapralik glich nach herrlichem Sololauf zwar aus (29.), Kasper Davidsen versenkte den Ausgleich in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs (45.+8), doch die zweite Hälfte gehörte wieder den Gästen. Ein Konter, ein Standard, ein Abpraller – 2:3.
Die Zahl, die Walter am meisten ärgert: 42 % gewonnene Zweikämpfe. „Wenn du den Gegner laufen lässt, aber den letzten Meter nicht gehst, wirst du bestraft“, sagte er, ohne dabei jemandem die Schuld zu geben. Klar ist: Ohne Sieg in Sandhausen am Samstag wird der Ruf nach einem weiteren Trainerwechsel lauter.

Bernhardsson und skrzybski: hoffnung nach verletzungspause
Alexander Bernhardsson spielte erstmals seit Ende November von Beginn an. 70 Minuten lang trieb der Schwede die Kieler Angriffe an, ehe seine Kraft schwand. Steven Skrzybski kam für die Schlussphase und zirkelte den einzigen Kieler Schuss aufs Tor in Hälfte zwei (84.). „Die Jungs haben Qualität, aber sie brauchen Rhythmus“, sagt Walter und schickt sie direkt auf die Laufbahn. Sein Credo: „Köpfe hoch, Beine noch höher.“
Die Tabelle lügt nicht. Vier Punkte trennen Kiel von einem Nichtabstiegsplatz, zwei Spieltage später kann der Abstand bei sieben liegen. Die Fans auf der Nordtribüne skandierten nach Abpfiff „Kopf hoch!“, doch die Stimmen klangen schon wie ein Abschiedslied. Walter schritt mit gesenktem Blick in den Katakomben – und musste zugeben, dass seine Zuversicht mittlerweile Ausdauer kostet.
