Hoffmann springt trotz kreuzbandriss von leipzig nach wolfsburg
Giovanna Hoffmann ist noch gar nicht fit, aber schon wieder auf dem Markt. Der VfL Wolfsburg sichert sich die verletzte Leipziger Stürmerin ablösefrei für 2026 – ein Transfer, der sich für den Rekordmeister wie ein Lotterielos lesen kann.

16 Tore, 28 spiele – jetzt kommt die rechnung
Die Zahlen sind glasklar: Seit ihrem Wechsel vom SC Freiburg 2024 schoss Hoffmann fast jedes zweite Spiel ein Tor. Der Kreuzbandriss im Oktober bremste die 27-Jährige aus, nicht aber das Interesse der Wölfe. „Wir geben ihr die Zeit, die sie braucht“, sagt Ralf Kellermann, der die Frauenfußball-Abteilung leitet – und meint damit mindestens sechs Monate Reha, bevor Hoffmann überhaupt wieder auf dem Rasen stehen kann.
Leipzig dagegen steht vor einem Scherbenhaufen. Die Sachsen hatten sich auf ihre Torgarantin verlassen, Vertragsgespräche abgebrochen, nachdem die Diagnose fiel. Nun verlieren sie eine Spielerin, die in der EM-Vorrunde 2025 noch zur besten Angreiferinnen Deutschlands zählte, ohne Euro-Transferprämie kassiert zu haben.
Für Wolfsburg ist das Geschäft trotz Risiko ein Schnäppchen. Die Lohnliste der Niedersachsen ist ohnehin breit genug, um eine längere Ausfallzeit zu verkraften. Dafür bekommen sie eine Nationalspielerin, die in der Box dieselbe Gefährlichkeit ausstrahlt wie Popp – nur acht Jahre jünger.
Der VfL sichert sich damit auch ein Stück Zukunft. Der Vertrag läuft bis 2029, ein klares Signal: Man plant nicht nur mit der Rückkehr, sondern mit der Rückkehr auf Top-Niveau. Hoffmann selbst spricht von einer „einmaligen Chance“. Die Frage ist nur, ob das Knie ihr dasselbe verspricht.
Für den Rest der Saison bleibt Leipzig der Verlierer. Wolfsburg hat schon jetzt den ersten Schritt zur EM-Formation 2027 gemacht – und dafür nicht einmal die Kasse geöffnet.
