Hoffmann pariert kutschke, braunschweig wirft dynamo noch tiefer in den strudel
Ron-Thorben Hoffmann spielte sich in 90 Minuten vom Buhmann zum Helden: Der Braunschweiger Keeper hielt in der 67. Minute den Strafstoß von Joker Stefan Kutschke, besiegelte später mit einem blutigen Knie und zehn Fingern den 2:1-Sieg gegen Dynamo Dresden – und katapultierte die Sachsen damit ans Rande des Abstiegs.
Die Eintracht hingegen kann am letzten Spieltag mit drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in die Partie bei Meister Schalke gehen. „Wir haben heute nicht gespielt, wir haben gekämpft“, sagte Mittelfeldakteur Florian Flick, der mit seinem ersten Saisontor die Führung erzielte und damit das 20. Pflichtspieltor seiner Karriere markierte.
Ein foul, das keiner sah – und ein tor, das jeder brauchte
Dresdens Kapitän Niklas Hauptmann war nach sieben Minuten im Zweikampf mit Kevin Ehlers zu Boden gegangen, Schiedsrichter Patrick Alt entschied auf Weiterspielen. 13 Sekunden später lag der Ball im Netz: Ehlers grätschte die Hereingabe von Fabio Kaufmann vor die Füße von Flick, der aus 13 Metern trocken ins lange Eck einschoss. Die Gäste reklamierten, vergeblich.
Die Szene nagte an Dynamo. Trainer Thomas Stamm wechselte früh, brachte mit Kutschke und Julius Kade frische Impulse. Doch die zündeten erst, nachdem Faride Alidou nach Kaufmanns erneuter Flanke per Kopf auf 2:0 erhöht hatte. „Wir haben zwei Standardsituationen verschlafen, das ist bitter“, sagte Stamm, dessen Team seit fünf Spielen sieglos bleibt.

Der punkt, der hoffmann berühmt machte
Die 66. Minute: Kaufmann räumt Vincent Vermeij mit dem Ellbogen ab, Elfmeter. Kutschke trat an, schoss flach links, Hoffmann flog rechts – und rutschte doch noch den Ball mit den Fingerspitzen weg. „Ich habe nur gedacht: Nicht zerbersten lassen“, sagte der 25-Jährige, der zuvor bei jedem Gegentor mit Pfiffen verabschiedet wurde. Nun brandete „Hoff-mann!“ durchs Eintracht-Stadion.
Dresden warf alles nach vorn, Kutschke köpfte in der 86. Minute noch den Anschlusstreffer. Doch die letzte Flanke segelte ins Toraus, mit ihr möglicherweise die 2. Liga-Zugehörigkeit der Sachsen. „Wir müssen jetzt fremde Ergebnisse schlucken wie kalten Kaffee“, sagt Stamm. Fürth muss bei Hertha verlieren, Düsseldorf gegen Elversberg – dann reicht Dynamo am letzten Spieltag ein Punkt gegen das bereits gerettete Holstein Kiel.
Braunschweigs Trainer Lars Kornetka atmete durch: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, aber am Ende zählt nur der Sieg.“ Die Eintracht hat nun 38 Punkte auf dem Konto, Dresden bleibt bei 42. Der Abstand von vier Zählern kann sich am Sonntag schmelzen – oder zur unüberbrückbaren Kluft werden. „Wir haben unser Schicksal nicht mehr selbst in der Hand“, sagt Kutschke. „Aber wir haben noch eine Hand, um uns am letzten Tag festzuhalten.“
