Hoeneß zerlegt 50+1, fordert eintracht heraus und lacht über real madrid
Uli Hoeneß braucht keine fünf Minuten, bis die erste Bombe detoniert. 50+1 ist für uns nicht nötig, sagt er in der Frankfurt School, und meint damit nicht nur den FC Bayern, sondern auch die Eintracht. Was folgt, ist ein halbstündiger Rundumschlag gegen Berater, Bundesregierung und den Plan von Axel Hellmann, Talente wie Springfluten zu verkaufen.
Die eintracht-methode nennt er substanzverlust
Hellmann sitzt in der ersten Reihe, als Hoeneß ihn frontal attackiert: 50, 60 Millionen klingen gut, aber was bleibt hintenüber? Die Antwort liefert er gleich mit: teurere Neuverpflichtungen, gierige eigene Profis, Fans, die ihren Idol wegballern sehen. Für Hoeneß ein Selbstbedienungsladen, der irgendwann leer steht. Der FC Bayern kauft, verkauft nicht – das sei das Geheimnis. Ob Hellmann das so hören wollte?
Der Ehrenpräsident zieht weiter. Die Beraterindustrie? Eine Milliarde Euro Umsatz, dreimal Mittagessen, zehn Millionen Gebühren. Das sind Halsabschneider, keine Berater, sagt er und kündigt ein internes Konzept an, das die Branche auseinandernehmen soll. Geplant ist offenbar ein Punktesystem: Wer dreimal auffällt, fliegt aus dem Kartell. Ob das reicht, um das Geldregiment der Zwischenhändler zu stoppen?

Kane für 150 millionen – heute ein schnäppchen
Zurück zu den Transferplänen. Die 100-Millionen-Debatte um Harry Kane? Hoeneß lacht. Heute würde ich 150 Millionen zahlen, sagt er und nennt Kane ein Aushängeschild, das Jungprofis in den Arm nimmt und ihnen zeigt, wie ein Ball fliegt. Ein Nebenschauplatz: Real Madrid. Hoeneß sagt, die Königlichen spielten gar nicht so gut Fußball, seien aber routiniert wie ein Uhrwerk. Vielleicht reicht das, um Bayern aus dem Wettbewerb zu kicken. Er gibt sich trotzdem optimistisch: So gute Karten wie heute hatten wir lange nicht.
Dann der Seitenhieb auf die Bundesregierung. Hoeneß wettert gegen Steuer- und Bürokratieberge, die Vereine bremsen. Der Appell: Packt die Großen, schützt die Kleinen – ein Prinzip, das er sich selbst auf die Fahnen geschrieben hat. Er erzählt von zehn bis 15 Vorträgen pro Jahr, 20.000 bis 40.000 Euro Honorar, alles gespendet. Kein Cent landet auf seinem Konto. Sozialkompetenz, sagt er, sei Chefsache.
Am Ende bleibt ein Rat für die Eintracht: Kauft nicht immer, wenn das Geld brennt. Die Konsequenz aus dem Abend: In Frankfurt wurde nicht nur Wolfgang Steubing geehrt, sondern auch ein Gegenentwurf zur modernen Fußballökonomie geliefert. Ob die Hessen zuhören? Hoeneß winkt ab. Er hat seine Meinung gesagt – und dabei noch locker über Real Madrid lästern können. Mehr war an diesem Abend nicht nötig.
