Hoeneß trifft auf den flügelflitzer, den er selbst kaltstellte

Silas läuft wieder auf, diesmal im Trikot von Mainz 05 – und genau das ist das Problem des VfB Stuttgart. Der Flügelstürmer, den Sebastian Hoeneß in dieser Saison kein einziges Mal in der Bundesliga auflaufen ließ, könnte am Samstag (15.30 Uhr, Mewa Arena) zum Stolperstein für den Tabellenzweiten werden.

Ein wechsel, der zwei klubs rettet

Silas wechselte im Winter auf Leihbasis nach Mainz – nicht aus Luxus, sondern aus purem Überlebensinstinkt. In Stuttgart war er nach seiner Knöchelverletzung vom Roten Stern Belgrad zurückgekehrt, fand aber keinen Platz mehr im Kader. „Wir hatten eine große Konkurrenzsituation“, sagt Hoeneß heute. Was heißt: Er hatte keine Minute für ihn übrig. In Mainz bekam er sie. Und wie.

Sein Solo gegen RB Leipzig, das Tor zum 2:1, war nicht nur ein Schlag gegen Leipzig – es war ein Schlag für Stuttgart. Denn durch den Sieg des Mainzers blieb der VfB in der Champions-League-Spur. Ironie des Fußballs: Der Spieler, den Hoeneß nicht brauchte, half ihm indirekt, das internationale Geschäft zu sichern.

Der joker mit dem ansteckenden lachen

Der joker mit dem ansteckenden lachen

„Wenn man Silas’ Lachen sieht, freut sich jeder“, sagt Hoeneß. Aber hinter dem Lachen steckt auch ein Mann mit Wut im Bauch. Silas sagt es nicht laut, aber er spielt es raus. Gegen seinen alten Klub. Gegen den Trainer, der ihn nicht aufstellte. „Das muss Silas beantworten“, sagt Hoeneß, wenn man ihn nach der Motivation des Gegenspielers fragt. Aber er weiß die Antwort längst.

Silas war schon einmal der VfB-Angstgegner. Im November 2024 traf er für Roter Stern Belgrad zum Ausgleich gegen Stuttgart. 5:1 endete das Spiel. Ein Desaster für den VfB. Nun droht die nächste Silas-Show – diesmal in Gelb-Rot.

Mainz ist stabil – auch dank ihm

Mainz ist stabil – auch dank ihm

Unter Urs Fischer hat Mainz sich „absolut stabilisiert“, wie Hoeneß anerkennt. Silas war Teil dieser Wende. Sieben Spiele, vier Mal in der Startelf, ein Tor, drei Vorlagen – und eine Note von 3,8. Keine Weltklasse, aber solide. Und vor allem: präsent. Er ist kein Ersatzspieler mehr. Er ist Teil der Lösung.

Für Stuttgart wird es eng. Mainz ist seit fünf Spielen ungeschlagen. Silas ist wieder da. Und Hoeneß? Muss sich fragen, ob er den richtigen Mann damals links liegen ließ – oder einfach nur den richtigen Zeitpunkt für einen Neuanfang fand.

Am Samstag trifft der VfB auf einen Spieler, der nicht nur laufen kann – sondern auch davonlaufen will. Und wenn Silas wieder trifft, wird er lachen. Diesmal vielleicht ohne Sebastian Hoeneß.