Hoeneß packt aus: die odyssee hinter kompanys verpflichtung!

München – Uli Hoeneß hat in einem explosiven Interview mit dem SPIEGEL die Hinterkulissen der Trainersuche beim FC Bayern Bayern München im Sommer 2024 offengelegt. Die Geschichte ist überraschend, voller Wendungen und enthüllt, dass Vincent Kompany keineswegs die erste Wahl war – und dass die Entscheidungsträger um den ehemaligen Präsidenten offenbar nicht immer einer Meinung waren.

Eberls plan: tuchel doch noch ein jahr

Der Startschuss für das Trainerkarussell erfolgte, wie Hoeneß schildert, mit dem klaren Wunsch von Sportvorstand Max Eberl, Thomas Tuchel eine weitere Saison zu geben. Ein Plan, den Karl-Heinz Rummenigge, Herbert Hainer und Hoeneß selbst jedoch entschieden ablehnten. „Kein Menschenfreund“, so Hoeneß über Tuchel, „Für uns nicht mehr tragbar“ – ein vernichtendes Urteil, das den Weg für eine intensive Suche ebnete.

Nagelsmanns überraschende rückkehr – und das dfb-angebot

Nagelsmanns überraschende rückkehr – und das dfb-angebot

Die nächste Überraschung folgte, als man sich erneut Julian Nagelsmann, der 2023 bereits bei den Bayern entlassen wurde, näherte. Eberl und Christoph Freund hatten bereits eine Einigung erzielt, Nagelsmann hatte sogar zugesagt. Doch dann kam es zur Kehrtwende: „Am Montag hat seine Agentur ‚nein‘ gesagt, aus verschiedenen Gründen, möglicherweise war da schon das Angebot vom DFB da“, mutmaßte Hoeneß. Ein Angebot, das Nagelsmann schließlich annahm und im September den Job als Bundestrainer übernahm.

Rangnick zögert – und glasner platzt der deal

Rangnick zögert – und glasner platzt der deal

Die Suche ging weiter. Ralf Rangnick, der kurz vor der EM mit der österreichischen Nationalmannschaft stand, lehnte eine Verpflichtung ab, nachdem er sich bei einem Spaziergang am Wörthersee plötzlich unsicher fühlte. „Der hat auch zugesagt und dann an einem Montag sagt er ‚Uli, ich bin gestern um den Wörthersee rumgelaufen und dann wusste ich, ich kann das nicht machen.‘“, so Hoeneß mit einem Augenzwinkern. Auch Oliver Glasner, ein Vorschlag von Eberl, scheiterte am Veto seines Arbeitgebers Crystal Palace.

Der guardiola-anruf: ein detail, das die geschichte verändert

Schließlich führte die Odyssee zu Vincent Kompany, dessen Verpflichtung von einem Anruf bei Pep Guardiola abhing. Während Eberl später behauptete, er habe Guardiola um Rat gefragt, widerspricht Hoeneß dieser Darstellung: „Dann hatte der Karl-Heinz die glorreiche Idee, den Pep Guardiola zu fragen.“ Ein Detail, das die Dynamik der Entscheidungsträger noch einmal neu beleuchtet.

Eberls zukunft beim fc bayern ungewiss

Die Trainersuche hat die Diskussion um die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl neu entfacht. Hoeneß gibt zu, dass die Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung ihm schwerfällt. „Seine Tendenz sei aktuell ‚60 zu 40 für eine Verlängerung‘.“ Die Verpflichtung Kompanys sei dabei nur ein Faktor von vielen. Denn hätte man Tuchel gehalten, stünden die Bayern heute in einer völlig anderen Situation.

Die Geschichte der Trainersuche beim FC Bayern ist ein Lehrstück über Machtkämpfe, überraschende Wendungen und die Unberechenbarkeit des Fußballs. Ein Sommer, der den Verein nachhaltig prägen wird – und der zeigt, dass selbst bei einem Verein mit der Tradition des FC Bayern nicht alles nach Plan läuft.