Hoeneß' abreißen von bernat: acht jahre später hallt der spruch nach
Vor acht Jahren, am 3. April 2018, sorgte ein 2:1-Sieg des FC Bayerngegen Sevilla im Champions-League-Viertelfinale nicht nur für sportliche Erleichterung, sondern auch für einen Eklat, der bis heute nachwirkt. Im Zentrum stand der damalige Außenverteidiger Juan Bernat und die unmissverständliche, drastische Kritik von Uli Hoeneß, die den Spanier öffentlich an den Pranger stellte.
Der „scheißdreck“ und seine folgen
Die Episode ist fest in der kollektiven Erinnerung der Bayern-Fans verankert. Im Oktober 2018 nutzten Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß eine Pressekonferenz, um ihrer Verärgerung über die Berichterstattung über ihre Spieler Luft zu machen. Rummenigge berief sich sogar auf Artikel 1 des Grundgesetzes, während Hoeneß in einer unmissverständlichen Äußerung erklärte, Bernat habe in einem Champions-League-Spiel gegen Sevilla „einen Scheißdreck“ gespielt. Diese Worte waren nicht nur harsch, sondern führten auch zu einer sofortigen öffentlichen Debatte.
Hoeneß warf Bernat vor, maßgeblich an der fast schon dem Untergang des FC Bayern in der Champions League beteiligt gewesen zu sein. Der Spanier, der in der Startelf stand und in einer schwachen ersten Halbzeit auffiel, wurde in der Pause durch Rafinha ersetzt. Die Bayern gewannen zwar letztendlich 2:1, doch der Imageschaden war beträchtlich.

Ein meme geboren, eine karriere unterbrochen
Der Spruch selbst hat sich zu einem running Gag im Umfeld des FC Bayern entwickelt. Wenn es an der Säbener Straße mal nicht rund läuft, wird Bernat, obwohl er längst nicht mehr beim Verein ist, scherzhaft als Sündenbock genannt. Es ist eine ironische Erinnerung an einen Moment, der weit über das eigentliche Fußballgeschehen hinausging.
Bernat selbst ließ die Kritik weitgehend unkommentiert. Er betonte seine Dankbarkeit für die vier Jahre in München, während Hoeneß sich später öffentlich für seine Worte entschuldigte. Doch die Äußerungen hatten bereits ihre Wirkung gezeigt: Bernats Karriere nahm nach seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain eine dramatische Wendung. Ein Kreuzbandriss im Jahr 2020, gefolgt von mehreren Operationen und einer langen Leidenszeit, ließ ihn nie wieder an seine frühere Form anknüpfen. Stationen wie Benfica Lissabon und Villarreal folgten, bevor er schließlich in seine Heimat zu Getafe zurückkehrte.

Von der säbener straße bis eibar – ein vergessener held
Mittlerweile spielt Juan Bernat beim SD Eibar in der zweiten spanischen Liga, weit entfernt von den Glanzlichtern des FC Bayern und der Champions League. Sein Name wird zwar immer wieder genannt, doch er ist zum Symbol für eine verpasste Karriere geworden – ein Mahnmal für die zerstörerische Kraft öffentlicher Kritik und die Unberechenbarkeit des Schicksals. Die Geschichte von Juan Bernat ist eine Erinnerung daran, dass selbst die größten Talente durch einen einzigen Moment der Kritik und eine bittere Verletzung in Vergessenheit geraten können.
