Hjulmand zockt vor bayern und arsenal mit dem feuer – und schweigt über seine trumpfkarten
Kasper Hjulmand lehnt sich im Bayer-Kabine zurück, die Arme verschränkt, und tut so, als hätte er alle Zeit der Welt. „Ich habe natürlich einen Plan“, sagt der Däne, doch weder den Bayern noch Arsenal will er vorab einen Millimeter seines Blattes zeigen. Drei Tage, zwei Gipfel, ein Kräfteakt: Samstag gegen die Bundesliga-Mannschaft des Jahres, Dienstag gegen den Premier-League-Tabellenführer. Leverkusen droht, zwischen den Fronten zu zerren.
Rotation? das sehen wir morgen
Die Frage nach der Priorität beantwortet Hjulmand mit einem Schulterzucken. Bundesliga-Viertplatz, Champions-League-Viertelfinale – für ihn scheint das kein Widerspruch zu sein. „Das Beste für uns ist, gegen die Besten zu spielen“, sagt er und klingt dabei wie ein Boxer, der weiß, dass er zwei Kämpfe an einem Wochenende bestreiten muss. Der 53-Jährige hat die Zahlen im Kopf: sieben Punkte Rückstand auf Leipzig, 1:1 im Hinspiel gegen Arsenal, dazu die Unschärfe im Kader.
Patrik Schick, der mit muskulären Problemen zuletzt nur Kurzeinsätze wagte, könnte wieder durchstarten. Nathan Tella reist mit, Alejandro Grimaldo sitzt gelbgesperrt in der Kabine. Die Lücke links hinten ist kein Detail, sie ist eine offene Wunde. Hjulmand aber redet sie klein: „Wir haben die Möglichkeit, eine Top-Leistung zu zeigen.“ Klingt nach Selbstversprechen, klingt nach Pokern.

Die physiotherapeuten arbeiten im schichtdienst
Im Leistungszentrum BayArena laufen bereits die Nachtschichten. Datenanalysten rendern Szenen von Musiala und Saka, während die medizinische Abteilung Laufbänder auf 27 Grad einstellt. Die Belastungssteuerung ist laut internen Papieren auf „Level 4 – Hoch“ hochgefahren, was so viel heißt wie: Wer nicht bei 95 Prozent ist, fliegt raus. Hjulmand will keine Helden, er will Frische. „Wenn du gegen Bayern nach 60 Minuten leer bist, bringt dir auch der beste Plan nichts“, sagt ein Co-Trainer anonym.
Die Zahlen sind hart: Seit Februar laufen Werkself-Spieler durchschnittlich 112 intensive Sprints pro Partie, Bundesliga-Spitze. Die Knochen schreien. Hjulmand setzt auf Mikrozyklen: 36 Stunden Regeneration, dann Vollgas. Ob das reicht, wird sich zwischen dem 75. und 90. Minute gegen Arsenal zeigen. Dort, so sein Credo, entscheidet sich nicht nur das Spiel, sondern die Saison.
