Hjulmand schmeißt 18-jährigen ins feuer – schick raus, culbreath oben

Kasper Hjulmand ließ am Dienstag noch durchblicken, dass „nichts beim Alten bleibt“. 24 Stunden später steht fest: Der Trainer von Bayer Leverkusen setzt beim Nachholspiel in Hamburg auf den 18-jährigen Flügelflitzer Montrell Culbreath. Patrik Schick fliegt wegen muskulärer Probleme kurzfristig raus – und mit ihm die letzte Reminiszenz an die alte Ordnung.

Der jungspund, der leipzig als joker eiskalt abfertigte

Culbreath, bislang nur drei Kurzeinsätze auf der Uhr, bekommt die Startelf-Chance, weil rechts außen die Verletztenliste länger ist als die Elbphilharmonie: Arthur (Syndesmose), Lucas Vázquez (Wade), Nathan Tella (Sprunggelenk) – alles außer Gefecht. Der DFB-U19-Nationalist, 2023 aus Kaiserslautern gekommen, unterschrieb Ende Januar einen Profivertrag bis 2030. „Herzenswunsch“, nannte er das damals. Nun soll er liefern.

Simon Rolfes schwärmt: „Monty hat in den U-Teams seine Perspektiven aufgezeigt.“ Klangvolles Lob, doch in Hamburg zählt nur Tatsächliches. Gegen den HSV, der seit fünf Spielen ungeschlagen ist, muss Leverkusen punkten, um nicht in die mittlerweile verruchte Mittelmäßigkeit zu rutschen. Culbreaths Debüt-Tor in Leipzig (3:1) war ein Statement, aber 90 Minuten Imtech-Arena sind ein anderes Kaliber.

Der plan: schnelligkeit gegen hamburg

Der plan: schnelligkeit gegen hamburg's rückwärtsgang

Hjulmand will die rechte Seite entzaubern, indem er sie noch schneller macht. Culbreaths Zahlen: 34,2 km/h Spitze, 62 % erfolgreiche Dribblings in der U19-Bundesliga. Die Frage ist nicht, ob er kann, sondern ob er darf – in einem Stadion, in dem Gegengerichte laut werden. Die Antwort liefert der Kick ab 20.30 Uhr live auf Sky. Ein Junge aus Leverkusens Talentschmiede gegen den Druck der Realität. Keine Netiquette, keine Retouche – nur Rasen. Und der ist in Hamburg bekanntlich rau.