Hitz hält basel mit schreckens-parade im derby gegen winterthur

Schon nach 540 Sekunden drohte das Basler Bollwerk zu bröckeln. Doch Marwin Hitz warf sich in den Schuss, riss die Führung der Zürcher vom Himmel – und katapultierte den FCB zurück ins Spiel.

Ein schlag ins gesicht, zwei kreuzen und drei verletzte profis

Roman Buess lief an, Hitz wartete. Der Keeper entschied sich früh für die linke Ecke, streckte sich, und der Ball prallte an seine Pranke. Die Kurve der Gästefans explodierte, die Heimzuschauer verstummten. Der Elfmeter war verschossen, die Vorentscheidung vertagt. Kevin Rüegg, dessen Handspiel den Strafstoß provoziert hatte, taumelte bereits in der achten Minute vom Feld. Für ihn kam Finn van Breemen – 189 Tage nach seinem Kreuzbandriss. Der 22-Jährige trat ein, als hätte er nie Pause gehabt, doch sein Einsatz signalisierte auch: Die Defensive des FCB ist blank.

Die nächste Hiobsbotschaft folgte auf dem Fuß. Adryan Metinho schlug mit dem Ellbogen zu, traf Albanian Kryeziu am Kiefer. Gelb für den Brasilianer, Aus für den Winterthurer. Remo Arnold rückte nach. Zwischen den Teams standen plötzlich vier Wechsel, ehe die Uhr 20 Minuten zeigte – ein Schlagabtausch, der mehr an Eishockey erinnerte als an Fussball.

Basel stemmt sich mit glück und willen

Basel stemmt sich mit glück und willen

Trotz des frühen Schocks blieben die Basler kompakt. Hitz’ Parade gab dem Team jene Energie, die in den letzten Wochen oft fehlte. Die Rot-Blauen verteidigten nun mit Mannschaftsleistung, lauerten auf Konter. Auf der Gegenseite warfen die Winterthurer alles nach vorne, doch die Nervosität fraß sich in ihre Ballstaffetten. Zu viele Abspielfehler, zu viel Hektik.

Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem die nächste Verletzung nur eine Frage der Zeit schien. Der Schiedsrichter pfiff in der ersten Hälfte dreimal wegen Fouls an der Strafraumgrenze, zweimal mussten Spieler am Spielfeld behandelt werden. Die Stimmung kochte, das Derby versprach, bis zum Schluss ein K.o.-Sieg zu liefern.

Am Ende stand ein 0:0, das sich wie ein Sieg für Basel anfühlte und wie eine Niederlage für Winterthur. Die Gäste retteten einen Punkt, weil ihr Torhüter früh die richtige Ecke wählte. Die Heimmannschaft musste zwei Ausfälle verkraften und den verpatzten Elfmeter verdauen. Die Tabelle bleibt eng, der Abstiegskampf spitzt sich zu. Und Hitz? Er packte die Punkte mit bloßen Händen – und bewies, dass ein einziger Reflex manchmal mehr wert ist als 90 Minuten Ballbesitz.