Hindley kehrt zurück: kann er das giro-bärndl zurückerobern?
Verona, Italien – Ein Jahr nach seinem Triumph im pinken Trikot kehrt Jai Hindley zum Giro d’Italia zurück, diesmal als gleichberechtigter Kapitän des Red Bull-BORA-hansgrohe Teams. Der Australier, der in Italien zu einem Weltklasse-Fahrer reifte, hat ein klares Ziel: Er will zurück auf den Thron.
Die narbe von 2020 als antrieb
Hindley weiß nur zu gut, dass der Giro d’Italia keine Geschenke macht. Er hat die Ziellinie bereits einmal knapp verpasst, im Jahr 2020. Diese bittere Erfahrung hat ihn jedoch nicht entmutigt, sondern gestärkt. “Nach dem Verlust 2020 wusste ich, dass ich irgendwann gewinnen kann,” so Hindley gegenüber MARCA. Diese Erkenntnis, gepaart mit harter Arbeit und einer klaren Strategie, führte ihn zwei Jahre später zum Sieg.
Anders als viele andere Profis, die den Giro als bloße Etappe in ihrer Saison betrachten, hat Hindley eine besondere Verbindung zu Italien. “Es ist der beste Ort, um Rad zu fahren,” schwärmt er. Hier wuchs er als Radfahrer, lernte das Leben fernab seiner Heimat und fand seinen Platz im Peloton. Auch seine Partnerin, die im Organisationsteam des Giro arbeitet, verstärkt diese emotionale Bindung.

Red bull-power und ein vielversprechender teamkollege
Mit dem Einstieg von Red Bull hat das BORA-hansgrohe Team eine neue Dimension erreicht. Die Unterstützung durch die Energiegetränkeruhe ist spürbar, und Hindley macht keinen Hehl daraus. “Wir sind hier, um den Giro zu gewinnen, egal wer zwischen Giulio und mir Kapitän ist,” betont er. Giulio Pellizzari, Italiens Hoffnungsträger, steht ihm an der Seite. Hindley lobt Pellizzaris Talent: “Giulio ist ein reines Talent.” Die Bereitschaft, die Führung mit ihm zu teilen, zeugt von Teamgeist und strategischem Denken.
Doch Hindley ist mehr als nur ein Teamplayer. Er ist ein Kämpfer, der sich seine Siege hart erarbeitet hat. “Ich habe hart gearbeitet, nicht um Applaus zu bekommen,” erinnert er sich an seinen Triumph 2022. Er weiß, dass der Giro eine 21-tägige Schlacht ist, in der jede Etappe entscheidend sein kann. Und er ist bereit, sich in den Dreck zu arbeiten, um sein Ziel zu erreichen. “Wir sind hier, um uns in den Schlamm zu stellen,” sagt er mit einem Augenzwinkern.
Seine kontinuierliche Verbesserung ist unübersehbar. “Meine Zahlen werden jedes Jahr besser, ich glaube, das Beste kommt noch,” prognostiziert Hindley. Gerüchte über einen Wechsel zu Visma-Lease a Bike im kommenden Jahr halten sich hartnäckig, doch im Moment konzentriert er sich voll und ganz auf den Giro. Er hat hier gewonnen, er kennt die Strecken, er spürt die Unterstützung der Fans. Und er weiß, dass er in der Lage ist, die Herausforderung erneut zu meistern. Der Giro d’Italia hat einen neuen Herausforderer, aber auch einen erfahrenen Champion zurück.
