Hfc zerlegt chemnitz: stierlin trifft nach 120 sekunden, elfmeter kratzt nur den pfosten

Der Hallescher FC hat die weiße Weste behalten – und wie. Nach 120 Sekunden hämmerte Niclas Stierlin die weiße Lederkugel per Kopf ins Kreuzgewirr, das Chemnitzer Bollwerk brach zusammen wie ein Kartenhaus im Sturm. 3:1 lautete der Befehl vom Platz, die sechste Ligaweihe in Serie für die Saalestädter.

Standards, nicht sternchen: hartmann und halili demontieren cfc

Was folgte, war kein Fußballspiel, sondern eine Lehrstunde in Sachen Standardsituation. Fabrice Hartmann, erst in die Startelf zurückgekehrt, bugsierte eine Ecke so präzise auf Stierlins Kopf, dass selbst die anwesenden Statistiker applaudieren mussten. Kurz vor der Pause legte Burim Halili nach – diesmal war es ein Einwurf, der zu einem halben Sechzehner-Duell verkochte, bevor der Ball über die Linie rutschte. Chemnitz? Reagierte mit offenem Mund.

Die Gäste hatten ihre einzige Großchance bereits in der 9. Minute, als Jonas Marx den Ball ans Außennetz setzte – ein Aufreger, der wie ein Tippfehler wirkte. Dann der Elfmeter in der 24. Minute: Malek Fakhro nahm Maß, schoss – und traf nur den Pfosten. Das Aluminium zitterte länger als die Chemnitzer Hoffnung.

Chemnitz wacht zu spät auf, halle kontrolliert den rhythmus

Chemnitz wacht zu spät auf, halle kontrolliert den rhythmus

Mit dem Pausenpfiff schon im Nacken schraubte Hartmann das 3:0 in die Maschen. Chemnitz-Coach Benjamin Duda reagierte mit einem Dreifachwechsel, doch selbst der schnelle Anschlusstreffer durch Jonas Marx in der 53. Minute war nur ein Strohfeuer. Domenico Alberico traf noch – stand aber knapp im Abseits. Die Hallenser ließen den Ball anschließend laufen, als hätten sie das Spiel auf Dauervorstellung umgestellt.

Die Zahlen sprechen für sich: 16:7 Torschüsse, 60 Prozent Ballbesitz, sechs Siege in Serie. Chemnitz rutscht auf Platz neun ab, der HFC festigt die Spitzenposition. Die Saalestädter feiern nicht nur drei Punkte, sondern auch ein Stück Mentalität: Wer nach kurzer Vorbereitung so abliefert, der trägt die weiße Weste nicht als Zufall, sondern als Statement.