Hfc zerlegt chemnitz mit standards und bleibt auf aufstiegskurs

Die weiße Weste ist keine Modefrage, sondern ein Statement. Der Hallescher FC ließ dem Chemnitzer FC am 25. Spieltag der Regionalliga Nordost keine Chance, schoss nach 180 Sekunden durch Niclas Stierlin die Weichen Richtung Tabellenspitze und marschiht mit 6:0-Punkten im neuen Jahr weiter Richtung Aufstieg.

Stierlin trifft, fakhro patzt – und hartmann macht den sack zu

Es war dieselbe Ecke, die Halle schon gegen Zehlendorf glücklich machte. Fabrice Hartmann schlägt, Stierlin köpft, 1:0. Die Chemnitzer Abwehr schaut sich an, als hätte jemand vergessen, den Wecker zu stellen. 13 Minuten später die zweite Standard-Ansage: Löhmannsröben flankt, Halili nimmt direkt, 2:0. Der CFC wirkt wie ein Schachspieler, der seine Figuren vergessen hat. Dazwischen der Moment, der in Erinnerung bleibt: Fakhro verschießt einen Elfmeter am Pfosten – ein Libaneser, der aus fünf Metern die Metapher für die verpatzte Chemnitzer Saison liefert.

Kurz vor dem Pausentee dann Hartmanns Solo-Nummer. Kein Standard, reine Willensästhetik. Er trifft flach ins rechte Eck, 3:0, und der Chemnitzer Block verstummt, als hätte jemand den Stecker gezogen.

Chemnitz wacht auf – zu spät

Chemnitz wacht auf – zu spät

Ein Triple-Wechsel, ein schneller Treffer durch Marx, ein Abseitstor von Alberico – das war die zweite Halbzeit in Stichworten. Die Hätte-könnte-wäre-Phase der Gäste dauert 12 Minuten, dann übernimmt Halle wieder das Kommando. Stierlin und Kulke verpassen das vierte Tor aus wenigen Metern, weil sie wollen, nicht weil sie müssen. Der CFC läuft anschließend gegen eine Wand, die Rot-Weiß lackiert ist und „Erdgas Sportpark“ daraufsteht.

Am Ende steht eine Zahl, die lauter spricht als jedes Interview: 18 Punkte aus den letzten sechs Spielen. Chemnitz dagegen rutscht mit zwei Pleiten in Serie in die Bedeutungslosigkeit – und hat am 30. Spieltag nochmal Gelegenheit, sich selbst zu finden. Bis dahin trägt Halle seine Weste weiter – weiß, makellos, unerreichbar.