Herz-op stoppt niklas behrens: bremer rad-star fällt monatelang aus
Niklas Behrens bleibt auf der Trainerbank. Der Bremer Radprofi muss sich Ende März einem Eingriff an seinem Herz unterziehen – und damit die komplette Frühjahrs-Saison abschreiben. Die Nachricht traf ihn mitten in die Speichen.
Der sturz war erst der anfang
Seit seinem Trainings-Crash im Februar rollt der 22-Jährige keine einzige Straßen-Kilometer. Knochen heilten, Muskeln nicht. Doch hinter den Rippen spielte sich ein zweites Drama ab: Rhythmusstörungen, die Ärzte als „bedenklich“ einstuften. Jetzt die Lösung: eine Katheter-Ablation, ein minimal-invasiver Eingriff, der das feuende Gewebe im Herzmuskel veröden soll. Routine, sagen die Mediziner. Für Behrens ein Schock.
Visma-Lease-a-bike umringt seinen Schützling. „Wir geben ihm so viel Zeit wie nötig“, lautet das offizielle Statement. Intern heißt es: keine Wettkampf-Perspektive vor Juli. Die Saison 2026 ist für den Sprinter ohnehin schon halb verloren – ein Jahr nach seinem Schlüsselbeinbruch an der UAE-Tour, der ihn monatelang lahmgelegt hatte.

Der weltmeister sitzt im wartezimmer
2024 stand er auf dem Podest von Glasgow, Gold um den Hals, Deutschland-Flagge in der Hand. U23-Straßen-Weltmeister, danach „Sportler des Jahres“ im Radsport. Die Zahlen waren klar: 14 Siege, 62 Top-Ten-Platzierungen, ein Teamwechsel ins WorldTour-Universum. Nun zählt er Tage, keine Trophäen.
Sein Bruder Timo fuhr neulich noch die Deutschland Tour – ein Duell unter Geschwistern, das Medien liebten. Nächstes Jahr wird Niklas nur zuschauen. „Ich werde meine Genesung mit demselben Fokus angehen, mit dem ich jedes Rennen bestreite“, schrieb er auf Instagram. Die Worte klingen nach Motivations-Poster, aber hinter den Zeilen steht ein Plan: Reha-Zentrum in Girona, persönlicher Trainer, Mental-Coach. Kein Training vor Mai, kein Rennen vor August.
Die Herzrudel-Ablation ist kein Karriere-Ende – sie ist ein Reset. Experten wissen: Radsportler mit Vorhofflimmern kehren zurück, aber selten auf dem Niveau von vorher. Die Frage bleibt, ob der Bremer Sprinter wieder die 1.200 Watt Sprint-Leistung erreicht, mit der er 2024 die Großen schüttelte. Die Antwort bekommt er auf dem Monitor – nicht auf dem Asphalt.
