Herzog verlängert in leipzig: ein leuchtturm im umbau

RB Leipzig zieht die Notbremse – und setzt auf Elvira Herzog. Der Schweizer Torhüterin vertrauen die Sachsen trotz Luftloch in Essen und sinkender Paradenquote. Bis 2028, ein Jahr länger als ursprünglich geplant, bleibt die 26-Jährige im Tor, das gab der Klub am Mittwoch bekannt.

Warum genau sie der ruhepol bleiben soll

Warum genau sie der ruhepol bleiben soll

Die Antwort liegt im Kader. Kapitänin Giovanna Hoffmann wechselt ablösefrei zu Wolfsburg, Co-Kapitänin Sandra Starke ist zwar bis 2027 gebunden, doch deren Einsatzzeiten schwanken. Victoria Krug, einstige Spielführerin, steht vor dem Aus. Fällt sie weg, wäre Herzog nach Marlene Müller (seit 2020 dabei) die dienstälteste Spielerin – und Müllers Zukunft ist ebenfalls offen.

Die Verantwortlichen handeln also präventiv. Mit Marleen Schimmer wurde bereits eine Außenbahnspielerin langfristig angebunden, nun folgt die Nummer 1. Ein Signal, das nach dem turbulenten Saisonstart nötig war. Denn Herzog selbst kam aus der Winterpause verunsichert. Ihr Patzer in Essen kostete zwei Punkte, gegen Union Berlin wirkte sie bei einem Gegentor nicht souverän. Die Paradenquote fiel von 66,7 Prozent auf 62,3, nur dreimal hielt sie in 21 Spielen zu null.

Doch die Zahlen lügen nicht – sie erzählen nur die halbe Geschichte. Seit ihrem Wechsel 2022 stieg Leipzig sofort auf und etablierte sich in der Bundesliga. Herzog wurde zur Stammtorhüterin der Schweizer Nationalmannschaft, stand kurz vor der EM 2025 im Kader, wurde dann von Pia Sundhage ausrangiert. Ein Tiefschlag, den sie sportlich beantworten will. RB bietet ihr dafür die Bühne, sie bietet RB Stabilität.

Der neue Vertrag sichert beiden Seiten Planbarkeit. Leipzig kann sich auf eine erfahrene Torfrau verlassen, Herzog auf ein Projekt, das trotz personeller Brüche weiter nach oben zielt. In einer Liga, in der sich die Top-Clubs gegenseitig verstärken, ist das mehr als ein symbolischer Akt. Es ist eine Kampfansage – und zugleich eine Versicherung gegen den drohenden Generationswechsel.