Hertha verspielt den sieg in der nachspielzeit – bundesliga-traum platzt fast
Die Hertha hatte ihn schon in der Tasche, den dritten Sieg in Serie, die Ampel auf Grün für die Relegation. Dann kam Leandro Morgalla, 90.+1, Kopfball, Netztor, Stille im Olympiastadion. 1:1 gegen Bochum, 41 Punkte, sieben hinter Elversberg – das war kein Remis, das war ein Seufzer, der bis nach Charlottenburg zu tragen ist.
Kownackis geburtstagsgeschenk reicht nicht
Dawid Kownacki hatte vor 40 000 alles vorbereitet, selbst das Foul an sich selbst. Noah Loosli grätschte, der Pole ging zu Boden, nahm sich den Ball, legte Timo Horn ins linke Eck. Sein erstes Tor nach acht Spielen, sein 29. Geburtstag, die Kurve tobte. Doch der Jubel sollte nicht lange halten.
Nach der Pause kontrollierte Hertha, ließ kaum Lücken, aber auch kaum Impulse. Die Führung war schmal, die Luft wurde dünner, je weiter die Uhr tickte. Michael Cuisance probierte es noch mit einem Distanzschuss, doch die Kugel flog über den Querbalken. Bochum dagegen wechselte zweimal offensiv, warf alles nach vorn, was noch laufen konnte.

Morgalla köpft herthas pläne zunichte
Die Ecke kam von links, Morgalla war völlig frei, weil Hertha die Zuordnung verlor. Kopfball, unten links, Tjark Ernst chancenlos. Die Berliner Klubführung schaute wie angewurzelt ins Leere, auf der Bank vergruben sich Köpfe in Trainingsjacken. Ein Punkt, der wie Niederlage schmeckt.
Die Tabelle lügt nicht: Sechster Platz, 41 Zähler, sieben Rückstand auf Platz drei. Noch fünf Spiele, und die Konkurrenten haben zusätzlich das bessere Torverhältnis. Die Relegation rückt in ferne Ferne, der Frust sitzt tief. „Wir haben die Riesenchance vergeben“, sagte ein Spieler durch die Zähne, ehe er in den verschlossenen Kabinentrakt verschwand.
Für Bochum war es ein gereifter Punktgewinn. Mit 33 Punkten dürfen die Westfalen durchatmen, das Mittelfeld ist gesichert, der Abstieg nur noch Theorie. Die Berliner dagegen müssen nächste Woche in Hannover gewinnen, sonst ist die Saison vor dem 34. Spieltag gelaufen. Der Traum vom Bundesliga-Comeback lebt nur noch rechnerisch – und selbst die Rechnung wird immer brutaler.
